Das Paar AUD/USD gewinnt in der frühen asiatischen Sitzung am Montag an Schwung und nähert sich der Marke von 0,7160. Berichte, dass die Vereinigten Staaten (USA) und der Iran kurz vor einem Abkommen stehen, das die Straße von Hormus wieder öffnen würde, stützen riskantere Anlagen wie den Australischen Dollar (AUD) gegenüber dem Greenback.
Bloomberg berichtete am Sonntag, dass die USA und der Iran Fortschritte bei Gesprächen zur Beendigung des Krieges signalisiert haben und die Straße von Hormus wieder öffnen würden, obwohl US-Präsident Donald Trump sagte, er werde sich nicht „überstürzt“ auf ein Abkommen einlassen.
US-Beamte erklärten, dass noch nichts zur Unterzeichnung bereit sei, da die Konfliktparteien weiterhin über den angereicherten Uranvorrat Teherans und Gebühren für die strategisch wichtige Straße von Hormus uneins sind. Händler werden die Entwicklungen rund um den Friedensvertrag zwischen den USA und dem Iran genau beobachten, und jegliche Anzeichen von Fortschritten könnten den Aussie kurzfristig stützen.
Die Märkte reduzieren die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen durch die Reserve Bank of Australia (RBA) nach einem überraschenden Anstieg der Arbeitslosenquote. Die australische Arbeitslosenquote stieg im April auf 4,5 % von 4,3 % im März und erreichte damit den höchsten Stand seit etwa viereinhalb Jahren.
Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der nächsten Sitzung sank laut den von Westpac bereitgestellten Finanzmarktpreisen von 13 % vor der Veröffentlichung des Beschäftigungsberichts auf nur noch 3 %.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.