Bitcoin (BTC) stabilisiert sich am Donnerstag zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Textes bei rund 87.700 US-Dollar, nachdem es zu Wochenbeginn nicht gelungen war, eine wichtige psychologische Marke zurückzuerobern. Die institutionelle Nachfrage schwächt sich weiter ab, nachdem börsengehandelte Bitcoin-Fonds (ETFs) den fünften Tag in Folge Mittelabflüsse verzeichneten. Anleger sollten vor dem großen Optionsverfall am Freitag Vorsicht walten lassen, da dieser neue Volatilität und eine klare Richtung für die nach Marktkapitalisierung größte Kryptowährung bringen könnte.
Die institutionelle Nachfrage hat sich auch in dieser Woche weiter abgeschwächt. Daten von SoSoValue zeigen, dass Spot-Bitcoin-ETFs am Mittwoch Abflüsse von 175,29 Millionen US-Dollar verzeichneten. Damit ist es bereits der fünfte Tag in Folge mit Mittelabzügen seit dem 18. Dezember. Sollten sich diese Abflüsse fortsetzen oder sogar verstärken, könnte der Bitcoin-Preis weiter unter Druck geraten.

Tägliches Nettozufluss-Diagramm der Bitcoin-Spot-ETFs. Quelle: SoSoValue
Daten von Deribit zufolge laufen am Freitag Bitcoin-Optionskontrakte im Volumen von 23,47 Milliarden US-Dollar aus. Händler im Derivatemarkt positionieren sich stark im Bereich höherer Ausübungspreise, wobei das Open Interest bei Call-Optionen deutlich über dem von Put-Optionen liegt. Das niedrige Put-Call-Verhältnis von 0,35 signalisiert eine insgesamt optimistische Markterwartung.
Zusätzlich deutet der sogenannte Max-Pain-Preis bei 95.000 US-Dollar darauf hin, dass Optionsverkäufer am meisten profitieren würden, wenn sich Bitcoin bis zum Verfall diesem Niveau annähert, da dort die meisten Kontrakte wertlos auslaufen würden.

Ein Bericht von QCP Capital wies in dieser Woche darauf hin, dass sich zwar gehebelte Positionierungen reduziert haben, die gleichzeitig geringere Markttiefe jedoch das Risiko von Kursquetschen in beide Richtungen erhöht.
„Historisch gesehen hat Bitcoin während der Weihnachtszeit häufig Schwankungen von fünf bis sieben Prozent erlebt – ein Muster, das eher mit Optionsverfällen zum Jahresende als mit neuen fundamentalen Auslösern zusammenhängt“, sagte ein Analyst von QCP.
Der Bitcoin-Preis testete am Montag erneut die psychologische Marke von 90.000 US-Dollar, gab jedoch am Folgetag leicht nach. Am Mittwoch stabilisierte sich BTC bei rund 87.000 US-Dollar. Am Donnerstag bewegt sich der Kurs um etwa 87.700 US-Dollar.
Setzt sich die Korrektur fort, könnte sich der Rückgang bis zur wichtigen Unterstützungszone bei 85.569 US-Dollar ausweiten.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 43 und damit unterhalb der neutralen Marke von 50, was auf zunehmendes bärisches Momentum hindeutet. Der MACD-Indikator zeigte zwar in der vergangenen Woche ein bullisches Crossover, die fallenden grünen Histogrammbalken signalisieren jedoch nachlassende Aufwärtsdynamik.

BTC/USDT-Tageschart
Sollte Bitcoin hingegen einen Tagesschlusskurs oberhalb von 90.000 US-Dollar erzielen, könnte sich die Erholung bis zum nächsten Widerstand bei 94.253 US-Dollar fortsetzen.