AUD/USD gewinnt rund 0,5% hinzu, nachdem es am Vortag leichte Verluste verzeichnete, und notiert während der asiatischen Handelszeit am Montag bei etwa 0,7080. Der Australische Dollar (AUD) könnte jedoch gegenüber dem US-Dollar (USD) Schwierigkeiten haben, da die Märkte eine Zinserhöhung der Reserve Bank of Australia (RBA) bei der Juni-Sitzung am Dienstag ausschließen und die Wetten auf eine Zinserhöhung im August reduziert haben. Alle Augen richten sich nun auf die Verbraucherpreisindexdaten (CPI) für Mai am 24. Juni, die für die Entscheidungsträger entscheidend sein werden, um Anzeichen einer anhaltenden Inflation zu erkennen und eine zukünftige Straffung der Geldpolitik zu rechtfertigen.
Das Paar AUD/USD wertet auf, da der US-Dollar (USD) aufgrund nachlassender Nachfrage nach sicheren Häfen fällt, nachdem Berichte bekannt wurden, dass die Vereinigten Staaten (USA) und der Iran eine Einigung zur Beendigung ihres Konflikts erzielt haben, was die Sorgen über Inflation und höhere Zinsen verringert.
Washington und Teheran erklärten am Sonntag, dass sie eine Vereinbarung getroffen haben, die am Freitag in Kraft treten wird. US-Präsident Donald Trump erklärte, dass die USA ihre Seeblockade der iranischen Häfen aufheben und die Straße von Hormus nach Unterzeichnung des Abkommens wieder öffnen werden.
Das Vereinigte Königreich (UK), Frankreich, Deutschland und Italien erklärten, dass die Länder bereit seien, Sanktionen gegen den Iran im Gegenzug für Schritte im Nuklearprogramm aufzuheben, nachdem die USA und der Iran eine Einigung zur Beendigung ihres Krieges erzielt hatten.
Das CME FedWatch Tool zeigt, dass die Märkte nach dem Friedensabkommen eine Wahrscheinlichkeit von fast 27% für eine Zinserhöhung der US-Notenbank (Fed) im Dezember dieses Jahres einpreisen, verglichen mit 40% vor einer Woche.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.