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XRP-Beben bei Ripple: Kommt der nächste Kursrutsch?

Autor: FXStreet
Aktualisiert um
Mitrade Team
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Quelle: DepositPhotos

Ripple (XRP) kämpft am Mittwoch sichtbar mit Gegenwind. Der Kurs steht unter Druck, doch eine Linie hält bislang stand: die unmittelbare Unterstützung bei 1,40 US-Dollar. Genau dort stabilisiert sich der Preis zum Zeitpunkt der Erstellung. Die große Frage: Ist das die Basis für eine Erholung – oder nur eine kurze Verschnaufpause vor dem nächsten Rutsch?

Der Hintergrund ist brisant. Nach dem Ausverkauf der Vorwoche, der XRP bis auf 1,12 US-Dollar drückte, startete der Token einen Erholungsversuch. Doch dieser endete abrupt: Am Freitag war bei 1,54 US-Dollar Schluss. Seitdem bewegt sich XRP wie gefangen zwischen Support und Widerstand. Die Dynamik bleibt auffällig begrenzt.

Intraday-Verlust trotz Unterstützung

Obwohl sich XRP im Bereich um 1,52 US-Dollar abstützen konnte, liegt der Kurs intraday über 1,5 % im Minus. Ein Signal, das viele Anleger nervös macht. Auf der einen Seite bleiben institutionelle Investoren risikofreudig. Auf der anderen Seite zeigt der Retail-Markt erste Anzeichen von Stabilität. Eine Mischung, die kurzfristig explosive Bewegungen auslösen kann – in beide Richtungen.

XRP-ETFs melden Zuflüsse

Ein Blick auf die Kapitalströme sorgt für Gesprächsstoff. US-gelistete XRP-Spot-ETFs verzeichneten am Montag Zuflüsse von 6,3 Mio. US-Dollar. Damit steigt der kumulierte Nettozufluss auf 1,23 Mrd. US-Dollar, während die Nettovermögen bei 1,04 Mrd. US-Dollar liegen.

Besonders bemerkenswert: Es waren vier Tage in Folge mit Zuflüssen. Bereits in der Vorwoche sammelten XRP-ETFs bis Freitag insgesamt 39 Mio. US-Dollar ein. Zusätzlich wurde berichtet, dass die durchschnittlichen Zuflüsse in XRP-bezogene Investmentprodukte zuletzt 63,1 Mio. US-Dollar betrugen. Laut CoinShares lagen die verwalteten Vermögen am Freitag bei 2,6 Mrd. US-Dollar.

Institutionelle Anleger bleiben also engagiert – trotz der sichtbaren Kursschwäche.

Derivatemarkt: Schwach, aber stabil

Ganz anders das Bild bei den Derivaten. Das Futures Open Interest (OI) stabilisierte sich am Dienstag bei 2,50 Mrd. US-Dollar, nach 2,47 Mrd. US-Dollar am Vortag. Diese Stabilität deutet darauf hin, dass Trader ihre Positionen halten. Ein klarer Aufwärtstrend wäre jedoch nötig, um ein wirklich bullisches Signal zu senden.

Liquidationen brechen ein

Auch die Liquidationsdaten sprechen eine deutliche Sprache. Am Dienstag wurden lediglich 1,38 Mio. US-Dollar an Long-Positionen und rund 263.000 US-Dollar an Short-Positionen liquidiert. Zum Vergleich: Am Donnerstag lagen die Zwangsliquidationen noch bei massiven 59 Mio. US-Dollar (Longs) und 11 Mio. US-Dollar (Shorts).

Weniger Liquidationen bedeuten weniger Zwangsverkäufe – und damit kurzfristig weniger Verkaufsdruck.

Technischer Ausblick: Trend bleibt bärisch

Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. XRP handelt zwar über 1,40 US-Dollar, jedoch klar unter den entscheidenden gleitenden Durchschnitten:

  • 50-Tage-EMA: 1,81 US-Dollar

  • 100-Tage-EMA: 2,00 US-Dollar

  • 200-Tage-EMA: 2,18 US-Dollar

Alle drei Durchschnitte zeigen nach unten. Das bestätigt den übergeordneten Abwärtstrend.

Der MACD liegt weiterhin unter der Signallinie – ein klassisches Warnsignal. Gleichzeitig ziehen sich die roten Histogramm-Balken zusammen. Der bärische Druck könnte also langsam nachlassen. Der RSI bei 34 signalisiert eine gedämpfte Kaufdynamik, ohne bereits klar überverkauft zu sein.

Was jetzt passieren müsste

Für eine nachhaltige Erholung müsste XRP zunächst das Freitags-Hoch bei 1,54 US-Dollar zurückerobern. Danach wäre der 50-Tage-EMA bei 1,81 US-Dollar die nächste große Hürde. Entscheidend wäre dabei ein steigender RSI in Richtung Mittellinie.

Die Gefahr nach unten bleibt real

Solange XRP unter der absteigenden Trendlinie vom Hoch bei 3,66 US-Dollar bleibt, dominieren die Risiken. Der nächste relevante Widerstand liegt bei 2,15 US-Dollar. Bleibt der Kurs darunter, zeigt der Weg des geringsten Widerstands weiter nach unten – mit möglichen Zielen bei 1,25 US-Dollar und erneut 1,12 US-Dollar.

Fazit: Ruhe vor dem Sturm?

ETF-Zuflüsse, stabile Derivatedaten und ein Rückgang der Liquidationen liefern kurzfristige Entlastung. Doch die Trendindikatoren bleiben klar negativ. XRP steht an einem kritischen Punkt. Die 1,40-Dollar-Marke wird zur Schicksalslinie.

Bricht sie, droht ein neuer Abverkauf. Hält sie – könnte eine technische Gegenbewegung folgen. Anleger stehen vor einer Entscheidung, die über den kurzfristigen Trend entscheiden könnte.


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