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Silberpreis Prognose: Diese Marke entscheidet jetzt über Crash oder Comeback

Quelle Fxstreet

Der Silberpreis hat sich zuletzt kräftig erholt. Viele Anleger wittern deshalb bereits die nächste große Chance. Doch genau hier wird es gefährlich. Denn wer jetzt nur auf den schnellen Bounce schaut, übersieht das große Bild. Und dieses große Bild bleibt bei Silver Futures im Tageschart weiterhin klar bärisch.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob Silber kurzfristig steigen kann. Das kann es. Die entscheidende Frage lautet: Reicht diese Erholung wirklich aus, um den Abwärtstrend zu brechen? Aus aktueller Sicht ist die Antwort ziemlich klar: Nein. Erst oberhalb von 77 US-Dollar würde die Struktur wirklich kippen. Solange der Silberpreis darunter bleibt, dominiert weiter das Szenario einer Trendfortsetzung nach unten.

Besonders brisant ist jetzt die Zone zwischen 75 und 76 US-Dollar. Dort treffen gleich mehrere technische Widerstände aufeinander. Genau dort könnte sich entscheiden, ob die Erholung beim Silberpreis zur echten Trendwende wird oder ob Anleger in eine klassische Bullenfalle laufen.

Silberpreis Prognose
Silberpreis Prognose

Die Bären haben beim Silberpreis weiter das Kommando

So hart es klingt: Die Erholung beim Silberpreis sieht aktuell eher nach einer Bärenmarktrally aus als nach dem Start einer neuen Hausse. Seit dem Hoch Anfang 2026 läuft der dominante Trend nach unten. Der Chart zeigt eine klare Abfolge tieferer Hochs und tieferer Tiefs. Genau das ist die Sprache eines intakten Abwärtstrends.

Auch die technischen Filter sprechen weiterhin gegen die Bullen. Der SuperTrend steht bei 76,705 US-Dollar auf Short. Damit bleibt der übergeordnete Daily-Trend abwärtsgerichtet. Gleichzeitig notiert der Kurs unterhalb der Ichimoku-Wolke, die aktuell zwischen 72,66 und 75,85 US-Dollar liegt. Diese Zone ist kein Zufall. Sie ist ein massiver struktureller Widerstandsbereich.

Dazu kommt: Der Silberpreis liegt rund 5,5 % unter seiner 50-Tage-Linie bei 74,68 US-Dollar. Das ist wichtig. Denn eine Aktie, ein Rohstoff oder ein Future kann sich kurzfristig zwar erholen. Doch solange der Kurs unter zentralen Trendmarken bleibt, ist diese Erholung oft nicht mehr als eine Gegenbewegung im Abwärtstrend.

Natürlich gibt es auch Argumente für die Käuferseite. Die starke bullische Umkehrkerze bei 61,595 US-Dollar am 11. Juni direkt an der 200-Tage-Linie bei rund 61,51 US-Dollar war ein klares Signal, dass Käufer an dieser Stelle wieder zugreifen. Auch der RSI bei 42,6 hat sich erholt. Damit ist noch Raum für eine weitere Relief-Rally vorhanden.

Aber genau hier liegt der Denkfehler vieler Anleger. Ein Bounce ist noch keine Trendwende. Ein starker Tag macht noch keinen neuen Bullenmarkt. Und eine Erholung aus einer überverkauften Lage bedeutet nicht automatisch, dass die Verkäufer verschwunden sind. Für die aktuelle Silberpreis Prognose bleibt deshalb entscheidend: Solange Silber unter den zentralen Widerständen bleibt, haben die Bären weiter den Vorteil.

Diese Preiszone kann für Silber zur Falle werden

Jetzt wird es spannend. Auf der Unterseite bleibt der Bereich zwischen 61,60 und 64,00 US-Dollar extrem wichtig. Dort liegt die 200-Tage-Linie. Dort entstand auch das Cluster der bullischen Umkehrkerzen. Das macht diese Zone zur primären Demand-Zone. Sollte Silber erneut deutlich zurückkommen, ist genau dieser Bereich der erste große Kandidat für einen weiteren Bodenversuch.

Doch die Musik spielt kurzfristig eher auf der Oberseite. Der erste wichtige Widerstand liegt bei 72,48 US-Dollar. Dort verläuft das 38,2%-Fibonacci-Retracement der Bewegung von 90,105 US-Dollar auf 61,595 US-Dollar. Noch viel wichtiger ist aber die Zone um 75,85 US-Dollar. Hier bündeln sich das 50%-Fibonacci-Retracement, die 50-Tage-Linie, der Rand der Ichimoku-Wolke und die Nähe zum SuperTrend.

Das ist kein gewöhnlicher Widerstand. Das ist ein technischer Betonblock.

Genau deshalb müssen Anleger hier besonders vorsichtig sein. Wenn Silber in diesen Bereich steigt und dort scheitert, wäre das ein starkes Signal, dass die aktuelle Erholung nur eine Zwischenstation im Abwärtstrend war. Für die Bären wäre das ein attraktiver Short-Bereich. Für die Bullen dagegen wäre es brandgefährlich.

Der nächste große Bereich liegt zwischen 79,22 und 80,10 US-Dollar. Dort verläuft das 61,8%-Fibonacci-Retracement, zusätzlich befindet sich dort eine frühere Konsolidierungszone. Erst wenn Silber diesen Bereich nachhaltig überwinden kann, würde das bärische Szenario ernsthaft ins Wanken geraten.

Dazwischen bleibt es ungemütlich. Der Bereich zwischen 68,00 und 72,50 US-Dollar ist eine klassische No-Trade-Zone. Dort fehlt ein sauberes Chance-Risiko-Verhältnis. Der Markt befindet sich in der Mitte der Spanne, die Signale sind schwach, das Rauschen ist hoch. Wer genau dort hektisch handelt, zahlt oft Lehrgeld.

Das bullische Szenario ist möglich, aber riskant

Natürlich kann Silber weiter steigen. Wer aggressiv auf eine Fortsetzung der Erholung setzen will, könnte den Bereich um 69,50 US-Dollar im Blick behalten. Dort wäre ein Retest der Ichimoku Conversion Line möglich. Etwas konservativer wäre ein Einstieg um 68,00 US-Dollar, falls sich dort ein höheres Tief ausbildet.

Der Stop läge in diesem Szenario bei 64,70 US-Dollar und damit unter dem Tief vom 10. Juni. Das erste Kursziel wäre 75,85 US-Dollar. Daraus ergäbe sich ein Chance-Risiko-Verhältnis von etwa 2,4. Das zweite Ziel läge bei 79,22 US-Dollar, womit das Chance-Risiko-Verhältnis auf ungefähr 3,4 steigen würde. Das dritte Ziel wäre der frühere Widerstand bei 85,00 US-Dollar. Dort läge das Chance-Risiko-Verhältnis bei rund 5,1.

Auf dem Papier sieht das ordentlich aus. In der Realität ist dieses Setup aber heikel. Warum? Weil der Trade direkt gegen einen intakten Daily-Downtrend läuft. Das darf man nicht schönreden. Hinzu kommt, dass das Volumen während der Erholung rückläufig ist. Genau das spricht nicht für eine starke Kaufwelle, sondern eher für eine schwächer werdende Gegenbewegung.

Anders gesagt: Wer hier Long geht, spekuliert auf eine Erholung gegen den Trend. Das kann funktionieren. Aber es ist kein Setup mit hoher Sicherheit. Es ist ein taktischer Trade, kein sauber bestätigter Trendwechsel.

Das bärische Szenario wirkt deutlich überzeugender

Deutlich interessanter bleibt aus aktueller Sicht das bärische Szenario. Es läuft mit dem Trend und nicht gegen ihn. Ein aggressiver Short-Einstieg wäre um 72,50 US-Dollar denkbar, wenn Silber die Basis der Ichimoku-Wolke testet und dort wieder Schwäche zeigt. Der konservativere Einstieg liegt im Bereich um 75,85 US-Dollar, also genau dort, wo die wichtigsten Widerstände zusammenlaufen.

Der Stop liegt bei 80,10 US-Dollar. Damit befindet er sich oberhalb des 61,8%-Fibonacci-Retracements und oberhalb der alten Konsolidierungszone. Das erste Ziel wäre 68,00 US-Dollar. Daraus ergibt sich ein Chance-Risiko-Verhältnis von ungefähr 1,9. Das zweite Ziel liegt bei 61,60 US-Dollar. Hier steigt das Chance-Risiko-Verhältnis auf etwa 3,4. Sollte der Abwärtstrend noch stärker durchschlagen, wäre sogar ein Rücklauf auf 57,00 US-Dollar möglich. Dort liegt ein wichtiger Support aus dem November 2025. In diesem Fall ergäbe sich ein Chance-Risiko-Verhältnis von rund 4,4.

Das bärische Kernargument ist dabei ziemlich klar. Silber steigt zwar, aber die Erholung verliert an Überzeugung. Das Volumen nimmt ab. Der übergeordnete Trend bleibt abwärtsgerichtet. Und direkt über dem aktuellen Kurs wartet ein massiver Widerstandsbereich. Genau aus solchen Zutaten entstehen häufig Bärenflaggen oder Bull Traps.

Für die Silberpreis Prognose bedeutet das: Solange Silber nicht überzeugend über die kritischen Marken ausbricht, bleibt die Short-Seite technisch im Vorteil.

Jetzt bloß nicht blind hinterherlaufen

Der aktuelle Status ist besonders tückisch. Bei rund 70,56 US-Dollar liegt Silber genau in einem Zwischenbereich, der weder für Käufer noch für Verkäufer optimal ist. Der Downtrend ist weiterhin aktiv. Eine mögliche Bärenflagge ist erst zu rund 30 % ausgebildet. Das Setup ist also noch nicht vollendet, aber die Richtung bleibt klar vorbelastet.

Dazu passt auch der Doji vom 15. Juni nach einem starken zweitägigen Anstieg. Ein Doji nach einer schnellen Rally ist oft ein Warnsignal. Er zeigt, dass das Momentum abflacht. Die Käufer drücken nicht mehr mit derselben Kraft nach oben. Genau das ist in dieser Situation wichtig.

Der optimale Zustand ist aktuell deshalb nicht „kaufen“ und auch nicht „blind shorten“. Der optimale Zustand ist Neutralität. Silber steht mitten im Niemandsland. Wer jetzt handelt, ohne auf klare Reaktionen an den entscheidenden Marken zu warten, nimmt ein unnötig schlechtes Chance-Risiko-Verhältnis in Kauf.

Die kritische Marke für eine mögliche Bull Trap bleibt 75,85 US-Dollar. Dort wird sich zeigen, ob die Käufer wirklich Kraft haben oder ob die Verkäufer wieder zuschlagen.

Mein Fazit zur Silberpreis Prognose

Die aktuelle Silberpreis Prognose bleibt trotz der jüngsten Erholung klar vorsichtig. Ja, Silber hat sich von 61,595 US-Dollar deutlich gelöst. Ja, die Reaktion an der 200-Tage-Linie war stark. Und ja, kurzfristig kann der Preis noch weiter steigen. Aber das reicht noch nicht für eine echte Trendwende.

Der übergeordnete Abwärtstrend ist intakt. Der SuperTrend steht weiter auf Short. Der Kurs liegt unter der Ichimoku-Wolke und unter der 50-Tage-Linie. Gleichzeitig wartet zwischen 75 und 76 US-Dollar ein massiver Widerstandscluster, der für die weitere Entwicklung entscheidend sein dürfte.

Genau dort treffen das 50%-Fibonacci-Retracement, die 50-Tage-Linie, die Ichimoku-Wolke und die Nähe zum SuperTrend zusammen. Wenn mehrere technische Werkzeuge dieselbe Zone markieren, solltest du hellhörig werden. Für Bären ist dieser Bereich hochinteressant. Für Bullen ist er gefährlich.

Erst oberhalb von 77 US-Dollar würde sich die Struktur wirklich aufhellen. Noch wichtiger wäre ein Ausbruch über den Bereich zwischen 79,22 und 80,10 US-Dollar. Solange das nicht passiert, bleibt die aktuelle Erholung anfällig für einen Rückschlag.

Die bittere Wahrheit lautet deshalb: Silber sieht besser aus als noch vor wenigen Tagen, aber noch lange nicht gut genug. Wer jetzt zu früh auf die große Wende setzt, könnte genau in die Falle laufen, auf die die Bären warten.

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