XRP rutscht – und viele Anleger fragen sich jetzt: Ist das die nächste Kaufchance oder der Beginn einer größeren Korrektur? Der Kurs von Ripple (XRP) liegt am Freitag unter 1,90 US-Dollar und setzt damit seine Schwächephase fort. Brisant: Technische Verkaufssignale treffen auf ein makroökonomisches Umfeld, das Risikoanlagen aktuell ausbremst. Genau diese Mischung kann Kurse schneller drücken, als vielen lieb ist.
Ein zentraler Belastungsfaktor kommt von der Geldpolitik. Die Federal Reserve hat den Leitzins nach ihrer Sitzung am Mittwoch unverändert in der Spanne von 3,50 % bis 3,75 % belassen.
Was trocken klingt, hat direkte Folgen für Krypto-Anleger: Bleiben Zinsen höher, bleibt Liquidität knapper – und genau diese Liquidität treibt oft spekulative Märkte wie Kryptowährungen. Weniger überschüssiges Geld im System bedeutet häufig: weniger Kapital für Coins wie XRP.
Für dich als Anleger heißt das: Das Umfeld ist aktuell kein Rückenwind für schnelle Rallyes.
Ein Blick auf die Terminmärkte zeigt, dass die Euphorie der Kleinanleger abkühlt. Das sogenannte Open Interest (OI) – also der nominale Wert offener Futures-Kontrakte – stagniert.
Daten von CoinGlass zeigen am Donnerstag ein durchschnittliches OI von 3,43 Milliarden US-Dollar. Am Vortag waren es noch 3,45 Milliarden US-Dollar.
Die Botschaft dahinter ist klar: Es kommen kaum neue spekulative Wetten in den Markt. Stattdessen werden Positionen geschlossen. Genau dieser Nachschub an neuen Positionen wäre aber nötig, um einen stabilen Aufwärtstrend zu tragen.
Wenn Marktteilnehmer nicht mehr aggressiv auf steigende Kurse setzen, fehlt XRP ein entscheidender Treiber.
Während Privatanleger zögern, passiert im Hintergrund etwas anderes. XRP bekommt weiter Zuflüsse über in den USA gelistete ETFs.
Am Mittwoch flossen fast 7 Millionen US-Dollar in diese Produkte. Insgesamt summieren sich die Zuflüsse bereits auf 1,26 Milliarden US-Dollar, bei 1,39 Milliarden US-Dollar verwaltetem Vermögen.
Besonders auffällig: XRP-ETFs verzeichnen sechs Tage in Folge Zuflüsse. Das signalisiert anhaltendes institutionelles Interesse an Altcoin-Investments.
Die Daten von SoSoValue zeigen zudem einen spannenden Kontrast: Während XRP-ETFs Geld einsammeln, mussten Bitcoin-ETFs am Mittwoch Abflüsse von fast 20 Millionen US-Dollar verkraften.
Heißt: Großanleger geben XRP noch nicht auf.
Technisch steht XRP unter Druck. Der Kurs liegt unter allen wichtigen Trendlinien:
Solange XRP darunter notiert, bleibt das Chartbild bärisch.
Auch der Relative-Strength-Index (RSI) fällt im Tageschart auf 40. Das zeigt zunehmendes Abwärtsmomentum. Rutscht der RSI weiter Richtung überverkauft, könnte sich die Abwärtsbewegung beschleunigen.
Dann rücken zwei Marken in den Fokus: 1,81 US-Dollar (Tief vom Sonntag) und 1,61 US-Dollar (Unterstützung aus dem April).
Der MACD liegt ebenfalls unter seiner Signallinie – ein klassisches Verkaufssignal. Viele Trader reduzieren in solchen Phasen ihr Risiko.

Eine echte Trendwende braucht mehr als nur einen grünen Tag.
Ein belastbares Comeback müsste mit hohem Volumen kommen und XRP zurück über den 50-Tage-EMA bei 2,01 US-Dollar bringen. Doch selbst das wäre nur ein erster Schritt.
Erst wenn auch der 100-Tage-EMA bei 2,14 US-Dollar und der 200-Tage-EMA bei 2,28 US-Dollar zurückerobert werden, würde sich das Chartbild deutlich aufhellen. Dann wäre auch ein Ausbruch in Richtung 3,00 US-Dollar wieder ein Thema.
XRP steht aktuell zwischen zwei Kräften.
Auf der einen Seite: schwache Technik, zögerliche Privatanleger, straffe Geldpolitik. Das spricht kurzfristig für Vorsicht.
Auf der anderen Seite: anhaltende ETF-Zuflüsse und institutionelles Interesse. Das zeigt, dass größere Marktteilnehmer weiterhin Potenzial sehen.
Für dich als Anleger bedeutet das: XRP ist derzeit kein Selbstläufer. Wer investiert, setzt auf eine Stabilisierung und darauf, dass institutionelle Zuflüsse am Ende schwerer wiegen als die aktuelle Chart-Schwäche.
Die nächsten Tage könnten entscheidend werden. Denn an den Marken um 1,81 und 1,61 US-Dollar zeigt sich, ob XRP nur Luft holt – oder weiter abrutscht.