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Euro verringert Verluste gegenüber dem britischen Pfund nach schwächeren britischen Inflationsdaten

Quelle Fxstreet
  • EUR/GBP hält Verluste um 0,8660 in der frühen europäischen Sitzung am Mittwoch.
  • Die britische VPI-Inflation sinkt im April auf 2,8% YoY und fällt damit schwächer aus als erwartet.
  • Der EZB-Vertreter Kocher warnte, dass eine Zinserhöhung im Juni unvermeidlich sei, falls die Straße von Hormuz geschlossen bleibt.

Das Währungspaar EUR/GBP baut die Verluste nahe 0,8660 in den frühen europäischen Handelsstunden am Mittwoch ab. Das britische Pfund (GBP) gibt gegenüber dem Euro (EUR) nach der Veröffentlichung des britischen Inflationsberichts leicht nach. Händler werden weitere Hinweise aus den vorläufigen Daten des Einkaufsmanager-Index (EMI) aus der Eurozone und dem Vereinigten Königreich erwarten, die am Donnerstag veröffentlicht werden.

Die am Mittwoch vom Office for National Statistics (ONS) veröffentlichten Daten zeigten, dass die britische Gesamtinflation des Verbraucherpreisindex (VPI) im Jahresvergleich im April auf 2,8% zurückging, nach einem Anstieg von 3,3% im März. Dieser Wert fiel schwächer aus als die erwarteten 3,0%. Die Kerninflation des VPI, die volatile Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, stieg im April im Jahresvergleich um 2,5%, nach 3,1% im März und unter dem Marktkonsens von 2,6%.

Auf Monatsbasis lag der britische VPI im April bei 0,7%, gegenüber einem Anstieg von 0,7% im März und unter dem Marktkonsens von 0,9%. Das GBP schwächt sich unmittelbar nach den britischen Inflationsdaten gegenüber dem EUR ab.

Die UK-Zins-Futures deuteten laut Reuters auf eine Straffung der Geldpolitik der Bank of England um rund 52 Basispunkte (bps) bis Dezember hin, nach etwa 60 Basispunkten am Dienstag.

Reuters berichtete, dass die britische Schatzkanzlerin Rachel Reeves umfassende Reformen ankündigen wird, um dem Parlament die Befugnis zu geben, wichtige Energieschemata zu genehmigen.

Auf der Euro-Seite könnten hawkische Äußerungen von Vertretern der Europäischen Zentralbank (EZB) den EUR kurzfristig stützen. EZB-Ratsmitglied Martin Kocher sagte am Dienstag, dass eine Zinserhöhung im Juni unvermeidlich sei, falls die Straße von Hormuz geschlossen bleibt, und warnte, dass ein anhaltender Konflikt die Inflation in der Eurozone deutlich ansteigen lassen werde.

Darüber hinaus erklärte EZB-Politiker Joachim Nagel, dass die Zentralbank auf ihrer Juni-Sitzung handeln müsse, da der Energieschock durch den Iran anhalte und die Wahrscheinlichkeit einer breiteren Inflationsausbreitung weiter steige.

Die Mehrheit der Ökonomen in der Reuters-Umfrage, etwa 85%, gab an, dass die EZB im Juni ihren Einlagensatz um 25 Basispunkte (bps) auf 2,25% anheben werde, gegenüber etwas mehr als der Hälfte, die dies vor der April-Sitzung erwartet hatten.

Pfund Sterling - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.

Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.

Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.

Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.

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