Die Analysten Charlie Lay und Moses Lim von der Commerzbank verweisen darauf, dass die chinesische Notenbank die bislang geltende 20-Prozent-Reserveanforderung für Devisentermingeschäfte aufgehoben hat. Dadurch verbilligen sich Wetten gegen den Yuan. Nach Einschätzung der Experten dürfte der Schritt darauf abzielen, eine weitere Aufwertung der chinesischen Währung zu bremsen, nachdem USD/CNY und USD/CNH zuletzt gefallen waren. Ein stärkerer Yuan passe zwar grundsätzlich in Chinas langfristige wirtschaftliche Neuausrichtung, der Prozess werde jedoch schrittweise verlaufen.
„Die People’s Bank of China (PBoC) hat angekündigt, die Anforderungen für das Leerverkaufen des Yuan aufzuheben. Ab dem 2. März müssen Investoren keine 20 Prozent Reserve mehr für Devisentermingeschäfte hinterlegen. Dadurch sinken die Kosten für den Aufbau von Short-Positionen im Yuan.“
„Gleichzeitig dürfte die Änderung darauf abzielen, das Tempo der Yuan-Aufwertung zu verlangsamen. Der Yuan hat gegenüber dem US-Dollar den höchsten Stand seit April 2023 erreicht. Auch wenn der aktuelle Referenzkurs darauf hindeutet, dass die PBoC nichts gegen einen stärkeren Yuan einzuwenden hat, könnte sie einen ungeordneten oder übermäßig schnellen Aufwertungspfad vermeiden wollen.“
„Einige argumentieren, dass ein stärkerer Yuan Teil von Chinas Neuausrichtung hin zu einer stärker konsumorientierten Wirtschaft sein wird. Dies würde die Kaufkraft chinesischer Verbraucher und Unternehmen erhöhen. Allerdings dürfte dieser Prozess Zeit in Anspruch nehmen und auch eine Umverteilung der Volkseinkommen von Unternehmen und Staatsbetrieben hin zu den Konsumenten mit sich bringen.“
Am Devisenmarkt stieg der Onshore-Kurs von USD/CNY am vergangenen Freitag um 160 Pips auf 6,86, gab auf Wochensicht jedoch um 420 Pips nach. Der Offshore-Kurs von USD/CNH legte am Freitag um 180 Pips auf rund 6,86 zu, fiel im Wochenverlauf jedoch um 350 Pips.