Ripple (XRP) legt am Montag leicht zu und wird zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei rund 1,32 US-Dollar gehandelt, nachdem sich die Kryptomärkte insgesamt stabilisiert haben. Trotz des moderaten Kursanstiegs bleibt die Stimmung am Markt jedoch deutlich eingetrübt. Anleger bewerten weiterhin den Konflikt im Nahen Osten, der die weltweiten Öl- und Gaslieferungen nach wie vor erheblich belastet.
Berichten zufolge haben die USA und der Iran ein Memorandum of Understanding (MOU) fertiggestellt, das den Weg für eine 60-tägige Waffenruhe, die Öffnung der Straße von Hormus und mögliche Atomgespräche ebnen könnte. Allerdings hat US-Präsident Donald Trump bislang noch keine Zustimmung erteilt. Zudem berichtet die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Tasnim, dass der Text des Memorandums weder endgültig ausgearbeitet noch bestätigt worden sei.
Trump erklärte am Mittwoch, er werde sich nicht zu einem Abkommen drängen lassen. Dies deutet darauf hin, dass trotz laufender Verhandlungen eine Friedensvereinbarung nicht unmittelbar bevorstehen könnte.
Der Net Unrealized Profit/Loss (NUPL) von XRP, eine Kennzahl für die Differenz zwischen nicht realisierten Gewinnen und Verlusten des grenzüberschreitenden Zahlungstokens, ist laut Daten von Glassnode am Donnerstag weiter in den negativen Bereich auf minus 0,06 gefallen.
Ein negativer NUPL-Wert zeigt an, dass sich mehr Anleger mit nicht realisierten Verlusten konfrontiert sehen. Einerseits deutet dies auf eine anhaltende Kapitulation hin, die durch die pessimistische Marktstimmung verstärkt wird. Andererseits kann dies ein Hinweis darauf sein, dass sich am Markt ein Boden ausbildet.
Marktteilnehmer sollten insbesondere beobachten, ob der NUPL die Nulllinie wieder überschreitet. Dies würde den Übergang von Verlusten zu Gewinnen signalisieren und auf zunehmenden Optimismus hinsichtlich einer Bodenbildung hindeuten. Derzeit dominieren jedoch weiterhin Unsicherheit und nicht realisierte Verluste, was die Stimmung zusätzlich belastet.

XRP Net Unrealized Profit/Loss | Quelle: Glassnode
Die börsengehandelten Spotfonds (ETFs) auf XRP verzeichneten dagegen am Donnerstag weiterhin moderate Nettozuflüsse von 1,77 Millionen US-Dollar und setzten damit ihren vergleichsweise stabilen Aufwärtstrend fort. Erwähnenswert ist allerdings, dass die Aktivität am Mittwoch gedämpft blieb. Zuvor hatten die ETFs seit dem 14. Mai eine kontinuierliche, wenn auch moderate positive Entwicklung gezeigt. Die kumulierten Zuflüsse belaufen sich inzwischen auf 1,41 Milliarden US-Dollar, während das verwaltete Vermögen bei 1,12 Milliarden US-Dollar liegt.
Auch wenn die verhaltenen Mittelzuflüsse die kurzfristigen Aussichten für XRP stützen könnten, bleibt der breitere Kryptomarkt insgesamt träge. Strukturelle Schwächen begrenzen weiterhin die Marktstimmung. Eine Erholung von XRP dürfte daher eher langsam verlaufen.
XRP wird derzeit bei rund 1,32 US-Dollar gehandelt und befindet sich weiterhin in einem klaren Abwärtstrend. Der Token notiert unter dem mittleren Bollinger-Band bei etwa 1,39 US-Dollar, das zugleich mit dem exponentiellen 50-Tage-Durchschnitt (EMA) zusammenfällt und damit die übergeordnete Kursstruktur begrenzt.
Auch die Momentum-Indikatoren sprechen weiterhin für die Verkäuferseite. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt im Tageschart bei rund 39 Punkten, während das Histogramm des MACD-Indikators im negativen Bereich verharrt. Beide Signale deuten trotz der jüngsten Stabilisierung auf anhaltenden Verkaufsdruck hin.

XRP/USDT-Tageschart
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstandsbereich zwischen 1,38 und 1,39 US-Dollar, wo das mittlere Bollinger-Band und der 50-Tage-EMA zusammentreffen. Darüber folgen der 100-Tage-EMA bei rund 1,46 US-Dollar sowie das obere Bollinger-Band bei etwa 1,49 US-Dollar. Der 200-Tage-EMA bei 1,66 US-Dollar stellt darüber hinaus eine bedeutende mittelfristige Hürde dar. Auf der Unterseite verläuft die erste wichtige Unterstützung nahe dem unteren Bollinger-Band bei rund 1,28 US-Dollar. Ein klarer Bruch dieser Marke könnte den Weg für weitere Kursverluste ebnen und den bestehenden Abwärtstrend verstärken.