USD/CAD handelt am Montag auf der Rückseite, da der Kanadische Dollar (CAD) Unterstützung durch einen schwächeren US Dollar (USD) erhält, während die Händler auf die neuesten kanadischen Inflationsdaten nur gedämpft reagieren, da die Aufmerksamkeit fest auf die erhöhten geopolitischen Spannungen rund um den laufenden US-Iran-Krieg gerichtet bleibt.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels handelt das Paar um 1,3659 und pausiert nach einer dreitägigen Gewinnserie, die das Paar auf Zwei-Wochen-Hochs brachte. In der Zwischenzeit handelt der US-Dollar-Index (DXY), der den Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen misst, nahe 100 und gibt von dem 10-Monats-Hoch von 100,54, das am Freitag erreicht wurde, nach.
Der Verbraucherpreisindex (VPI) stieg im Februar um 0,5% im Monatsvergleich, was leicht unter den Markterwartungen von 0,6% liegt, sich jedoch von 0,0% im Januar erholte, während die jährliche Rate auf 1,8% im Jahresvergleich von 2,3% zurückging und damit knapp unter der Prognose von 1,9% lag.
Der Kern-VPI der Bank of Canada (BoC) stieg um 0,4% im Monatsvergleich und beschleunigte sich von 0,2% im Januar, obwohl das jährliche Kernmaß auf 2,3% im Jahresvergleich von 2,6% zurückging.
Die Daten deuten auf einen nachlassenden Preisdruck hin, was die Erwartungen verstärkt, dass die Bank of Canada (BoC) eine stabile Geldpolitik beibehalten wird, da die Entscheidungsträger darauf fokussiert bleiben, die Inflation nahe dem Ziel von 2% zu halten.
Allerdings erhöht die enttäuschende Beschäftigungsdaten der letzten Woche die Möglichkeit, dass die Zentralbank ihre geldpolitische Haltung neu bewerten könnte, wenn sich der Arbeitsmarkt weiterhin verschlechtert.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Zinsentscheidung der BoC, die am Mittwoch ansteht, wo allgemein erwartet wird, dass die Entscheidungsträger den Leitzins unverändert bei 2,25% belassen.
Gleichzeitig könnte die BoC vor einem politischen Dilemma stehen, da die Ölpreise aufgrund von Versorgungsunterbrechungen durch die Straße von Hormuz hoch sind. Während höhere Rohölpreise die Inflationsrisiken erhöhen könnten, ist Kanada auch ein großer Ölexporteur, was bedeutet, dass stärkere Energiepreise das Wirtschaftswachstum unterstützen könnten.
Infolgedessen könnten die Entscheidungsträger einen abwartenden Ansatz bevorzugen, während sie die wirtschaftlichen Auswirkungen bewerten. Eine Umfrage von Reuters, die am 13. März veröffentlicht wurde, zeigte, dass 25 von 33 Ökonomen erwarten, dass die Zentralbank die Zinsen mindestens bis 2026 unverändert lässt.
Die Märkte bewerten auch den geldpolitischen Ausblick der Federal Reserve (Fed) neu, wobei die Händler die Erwartungen an Zinssenkungen in diesem Jahr zurückschrauben. Es wird allgemein erwartet, dass die Fed die Zinssätze bei der geldpolitischen Sitzung am Mittwoch im Bereich von 3,25%-3,50% unverändert lässt. Die Anleger werden die zukünftige Orientierung von Fed-Vorsitzendem Jerome Powell sowie die aktualisierte Zusammenfassung der wirtschaftlichen Projektionen (SEP) und den Dot Plot genau beobachten.
Die Bank of Canada steuert die kanadische Geldpolitik und ist für die Festlegung der Zinssätze verantwortlich. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, was durch eine Inflationsrate zwischen 1 % und 3 % erreicht werden soll.
In außergewöhnlichen Situationen kann die Bank of Canada auf das Instrument der quantitativen Lockerung (QE) zurückgreifen. Dabei druckt die BoC Kanadische Dollar, um Vermögenswerte – meist Staats- oder Unternehmensanleihen – von Finanzinstituten zu kaufen. Diese Maßnahme führt in der Regel zu einer Schwächung des CAD und wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein nicht ausreichen, um die Preisstabilität zu gewährleisten. Während der Finanzkrise 2009-2011 nutzte die BoC QE, um den eingefrorenen Kreditmarkt zu stabilisieren.
Quantitative Straffung (QT) beschreibt den Prozess, bei dem die Bank of Canada ihre Anleihekäufe reduziert, was tendenziell den kanadischen Dollar stärkt.