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Euro gibt gegenüber dem britischen Pfund nach trotz Zinserhöhungsaussichten der EZB

Quelle Fxstreet
  • Das Paar EUR/GBP fällt im frühen europäischen Handel am Montag auf etwa 0,8635.
  • Die Chance auf eine Zinserhöhung der EZB steigt, da der Konflikt im Iran die Inflation antreibt.
  • BoE-Mitglied Taylor sieht ein geringeres Risiko für anhaltende Inflation als 2022.

Das Währungspaar EUR/GBP notiert im frühen europäischen Handel am Montag im negativen Bereich bei rund 0,8635. Händler warten auf die Reden der Politiker der Europäischen Zentralbank (EZB) im Laufe der Woche, darunter Präsidentin Christine Lagarde, um neuen Schwung zu erhalten.

Die EZB deutete an, dass steigende Energiepreise die Inflationsprognosen für dieses Jahr nach oben treiben könnten, was die Argumente für eine mögliche Zinserhöhung in diesem Jahr stützt. Laut Reuters ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der EZB im Juni nahezu sicher, doch die Zentralbank wird voraussichtlich keine verbindlichen Aussagen zu weiteren Schritten treffen, um die Erwartungen an eine schnelle Folgemaßnahme im Juli zu dämpfen.

Auf der britischen Seite haben schwächere Einzelhandelsumsätze und ein unerwarteter Anstieg der Arbeitslosenquote auf 5,0 % die Händler veranlasst, die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen der Bank of England (BoE) bis Dezember zurückzuschrauben. Dies könnte das Pfund belasten und wirkt als Rückenwind für das Währungspaar.

BoE-Politiker Alan Taylor erklärte, dass ein „verlängertes Halten“ der Zinssätze wahrscheinlich ausreichend sei, und fügte hinzu, dass die sekundären inflationsbedingten Auswirkungen weniger stark seien als während der Invasion Russlands in der Ukraine 2022, da sich der heimische Arbeitsmarkt abkühle. Die Finanzmärkte rechnen bis Jahresende mit zwei Zinserhöhungen um jeweils einen Viertelpunkt durch die britische Zentralbank.

Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.

Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.

Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.

Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.

Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.

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