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Euro stärkt sich gegenüber dem britischen Pfund, da die EZB eine Zinserhöhung im Juni signalisiert

Quelle Fxstreet
  • EUR/GBP gewinnt im frühen europäischen Handel am Dienstag auf rund 0,8630 an Boden. 
  • EZB-Mitglied Schnabel sagte, die Zentralbank sollte die Zinsen im Juni anheben, selbst wenn ein Friedensabkommen mit dem Iran erzielt wird.
  • Analysten prognostizieren, dass die BoE den Leitzins bis Ende 2026 bei 3,75 % belassen wird.

Das Paar EUR/GBP gewinnt im frühen europäischen Handel am Dienstag an Stärke und nähert sich der Marke von 0,8630. Hawkische Äußerungen der Europäischen Zentralbank (EZB) stützen den Euro (EUR) gegenüber dem Britischen Pfund (GBP). Händler werden weitere Hinweise aus der vorläufigen Inflationsdatenerhebung Deutschlands erwarten, die am Freitag veröffentlicht wird. 

EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel erklärte am Dienstag, dass die Zentralbank die Zinssätze im Juni anheben sollte, selbst wenn die laufenden Friedensgespräche mit dem Iran zu einem Abkommen führen, da der Konflikt bereits deutlich länger andauert als erwartet und die hohen Energiepreise sich auf die Gesamtwirtschaft auswirken. 

Darüber hinaus sagte EZB-Politiker Martin Kocher am Wochenende, dass die Zentralbank zunehmend zu einer Zinserhöhung im nächsten Monat tendiert, da der Iran-Konflikt den Inflationsdruck verstärkt. Laut dem ECB Watch Tool preisen die Finanzmärkte nun eine Wahrscheinlichkeit von fast 85 % für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte bei der Juni-Sitzung der EZB ein. 

Die Märkte haben die unmittelbaren Erwartungen an eine Zinserhöhung nach schwächeren Inflationsdaten und einem unerwarteten Anstieg der Arbeitslosenquote auf 5,0 % im April zurückgeschraubt. Analysten von Oxford Economics und Goldman Sachs gehen davon aus, dass der Leitzins bis Ende 2026 unverändert bei 3,75 % bleibt. Goldman Sachs fügte hinzu, dass die Hürde für einige Zinserhöhungen im Sommer niedrig bleibt, falls die Energiekosten erneut stark ansteigen.

Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.

Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.

Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.

Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.

Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.

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