Der Euro (EUR) fällt im asiatischen Handel am Donnerstag um 0,3 % auf fast 1,1590 gegenüber dem US-Dollar (USD). Das wichtige Währungspaar steht unter starkem Verkaufsdruck, da die Marktstimmung nach Irans Vergeltung gegen US-Angriffe nahe dem Flughafen Bandar Abbas laut Tasnim-Agentur risikoscheu wird.
Zum Zeitpunkt der Berichterstattung liegen die S&P 500-Futures 0,3 % unter 7.500 und spiegeln eine deutliche Eintrübung der Risikoappetit der Anleger wider. Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenbacks gegenüber sechs wichtigen Währungen verfolgt, steigt um über 0,3 % auf fast 99,53.
Früher am Tag berichtete die Fars News Agency, dass drei Explosionen östlich von Bandar Abbas zu hören waren und die Luftabwehr für mehrere Minuten aktiviert wurde.
Als Reaktion darauf hat Irans Islamische Revolutionsgarde (IRGC) US-Militärstützpunkte angegriffen und mit einer „entschiedeneren“ Reaktion gedroht, falls Washington erneut angreift.
Der Austausch von Angriffen zwischen beiden Nationen hat die Zuversicht auf ein dauerhaftes Abkommen gedämpft. Anfang der Woche hatten US-Beamte, darunter Präsident Donald Trump, Zuversicht geäußert, dass bald ein Abkommen verkündet werden könnte.
Unterdessen warten die Anleger auf die US-Daten zum Preisindex der persönlichen Verbrauchsausgaben (PCE) für April und die vorläufigen deutschen Daten zum harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für Mai, die am Donnerstag bzw. Freitag veröffentlicht werden.
Die Begriffe „Risk-on“ und „Risk-off“ beschreiben die Risikobereitschaft der Anleger. In einer „Risk-on“-Phase sind Investoren bereit, in risikoreichere Anlagen zu investieren, während sie in einer „Risk-off“-Phase sicherere Anlagen bevorzugen.
In „Risk-on“-Phasen steigen die Aktienmärkte, und auch Rohstoffe – abgesehen von Gold – gewinnen an Wert, da sie von einem positiven Wachstumsausblick profitieren. Währungen von rohstoffexportierenden Ländern sowie Kryptowährungen legen zu. In „Risk-off“-Zeiten gewinnen Staatsanleihen an Wert, Gold steigt, und sichere Währungen wie der Japanische Yen, der Schweizer Franken und der US-Dollar werden bevorzugt.
Währungen von rohstoffreichen Ländern wie Australien, Kanada und Neuseeland profitieren in Phasen der Risikobereitschaft („Risk-on“), da Rohstoffe in Zeiten wirtschaftlicher Expansion tendenziell im Preis steigen.
Die Währungen, die in Phasen von „Risk-off“-Stimmungen typischerweise an Wert gewinnen, sind der US-Dollar (USD), der japanische Yen (JPY) und der Schweizer Franken (CHF). Der US-Dollar profitiert in Krisenzeiten von seiner Rolle als Weltreservewährung, da Investoren vermehrt US-Staatsanleihen kaufen, die als besonders sicher gelten. Dies liegt daran, dass es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass die größte Volkswirtschaft der Welt zahlungsunfähig wird. Der Yen verzeichnet durch die hohe Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen Zuwächse, da ein Großteil dieser Anleihen von inländischen Investoren gehalten wird, die selbst in Krisenzeiten kaum Verkaufsdruck erzeugen. Der Schweizer Franken wird aufgrund strenger Bankgesetze, die den Kapitalschutz verbessern, als sicherer Hafen betrachtet.