Das Paar USD/CHF gewinnt im frühen europäischen Handel am Donnerstag an Momentum und erreicht etwa 0,7895. Erneute Spannungen im Nahen Osten stärken den US-Dollar (USD) gegenüber dem Schweizer Franken (CHF). Die Schweizer ZEW-Umfrage und die US-Daten zum Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE) für April werden später am Donnerstag veröffentlicht.
Die Vereinigten Staaten (US) führten laut BBC neue Angriffe auf einen iranischen Militärstützpunkt durch, der angeblich eine Bedrohung für US-Streitkräfte und den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus darstellt. US-Beamte beschrieben die Maßnahmen als maßvoll, rein defensiv und darauf ausgerichtet, den Waffenstillstand aufrechtzuerhalten.
US-Präsident Donald Trump versprach am Mittwoch, eine vorteilhafte Vereinbarung zur Beendigung des Krieges mit Iran zu erreichen, und warnte, dass die Bemühungen des Regimes, ihn mit Warten zu ermüden, nicht funktionieren würden, da „mir die Zwischenwahlen egal sind“.
Jane Foley, Senior FX Strategin bei Rabobank, erklärte, dass trotz robustem Schweizer Wachstum und soliden Einkaufsmanagerindex (PMI)-Werten die sehr niedrige Inflation kaum Anlass für eine bevorstehende Straffung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) gebe.
Die Schweizer Zentralbank hat eine erhöhte Bereitschaft signalisiert, gegen die Stärke des CHF zu intervenieren, insbesondere solange die geopolitischen Risiken durch den Iran-Krieg bestehen. Dies könnte den Aufwärtstrend des CHF auf kurze Sicht begrenzen.
Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.
Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.