Aave Labs hat vorgeschlagen, sein V4-Protokoll auf Avalanche bereitzustellen und dort zugleich einen eigenen Hub für Real-World-Assets (RWAs) aufzubauen. Das geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Beitrag im Governance-Forum hervor.
Der Vorschlag sieht vor, die Präsenz von Aave auf Avalanche auszubauen und dabei auf der bestehenden V3-Integration sowie der bereits etablierten Nutzerbasis aufzusetzen.
Avalanche hat Anreize von bis zu 15 Millionen US-Dollar zugesagt, die an zentrale Leistungskennzahlen wie den Total Value Locked (TVL), die Kreditaktivität und das Wachstum der Protokollerträge gekoppelt sind. Die Mittel sollen Liquidität, Integrationen und die langfristige Nutzung fördern und nicht nur kurzfristige Aktivitätsschübe erzeugen.
Laut dem Vorschlag entschied sich Aave Labs für Avalanche wegen der starken Entwicklung unter Aave V3, der hohen Stablecoin-Liquidität und der zunehmenden Aktivität rund um tokenisierte Vermögenswerte.
„Avalanche war für Aave immer ein starker Partner und hat über die Jahre eine sehr starke DeFi-Community aufgebaut. Ich freue mich auf den Vorschlag, Aave V4 auf Avalanche zu bringen“, schrieb Aave-Gründer Stani Kulechov auf X.
Ein zentraler Bestandteil des Plans ist die Schaffung eines eigenen RWA-Hubs. Die Struktur soll institutionelle Sicherheiten von Privatkundenmärkten trennen, um Risiken besser zu steuern und zugleich neue Formen der Kreditnachfrage zu ermöglichen.
Die Entscheidung fällt zu einem Zeitpunkt, an dem Avalanche ein Rekordvolumen von 1,16 Milliarden US-Dollar an verteilten RWAs auf seiner Blockchain gemeldet hat. Das entspricht einem Anstieg von 58,4 Prozent binnen zwei Wochen.
Durch den Start auf einem Netzwerk, auf dem Aave bereits aktiv ist, würde V4 von bestehender Liquidität und aktiven Nutzern profitieren. Die leistungsabhängigen Anreize sollen das Wachstum zusätzlich an messbare Ergebnisse koppeln.
Sollte der Vorschlag angenommen werden, folgt als nächster Schritt ein sogenannter Aave Request for Comment (ARFC). Dabei sollen Details zu unterstützten Vermögenswerten, Risikoeinstellungen, Oracle-Design und der technischen Konfiguration festgelegt werden.
Ein erfolgreicher Start auf Avalanche könnte die Multi-Chain-Strategie von Aave stärken und weitere V4-Erweiterungen auf anderen Netzwerken unterstützen.
Die Ankündigung erfolgt nur wenige Tage nachdem Babylon Labs vorgeschlagen hatte, natives Bitcoin als Sicherheit für Aave V4 zuzulassen. Ziel des Vorschlags ist ein System, mit dem Nutzer Bitcoin hinterlegen können, ohne auf Bridges oder verpackte Token angewiesen zu sein. Dadurch könnte die Rolle von Bitcoin im Bereich der dezentralen Finanzen weiter wachsen.
Die Kryptowährungen AVAX und AAVE lagen am Mittwoch innerhalb von 24 Stunden zuletzt mit 1,1 beziehungsweise 2,2 Prozent im Minus.