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KOSPI-Index steigt nach Absturz um 30 %: Kehrt der Bullenmarkt wirklich zurück?

Quelle Tradingkey

KOSPI-Index erholt sich kräftig um 30 %

TradingKey – Im Jahr 2026 erlebte der südkoreanische Aktienmarkt die weltweit dramatischste Volatilität. In der ersten Jahreshälfte durchbrach der KOSPI-Index, getrieben vom KI-Halbleiterboom, ein Allzeithoch von 9.300 Punkten. In der Folge korrigierte der KOSPI-Index – belastet durch Marktzweifel an den KI-Investitionen, die Auflösung von Hebelpositionen sowie einen Ausverkauf bei ausländischen Speicherchip-Aktien – kontinuierlich, löste häufig Handelsunterbrechungen aus und fiel am 29. Juli auf einen Tiefstand nahe 5.200 Punkten.

kospi-9d527a80c9c9419299655e6bc6e5a088KOSPI-Index-Chart, Quelle: TradingView

Als sich die extreme Panikstimmung legte und der hohe Hebeleinsatz von Privatanlegern bereinigt war, vollzog der KOSPI rasch eine starke Erholung, stieg in nur einem halben Monat auf über 6.800 Punkte und legte um mehr als 30 % zu. Diese heftige V-förmige Erholung des KOSPI-Index hat das Interesse globaler Anleger stark darauf gelenkt, ob der Bullenmarkt wieder Fuß gefasst hat.

Drei Kerntreiber der KOSPI-Erholung

Die Erholung des KOSPI wurde im Wesentlichen von drei Faktoren getrieben: dem Ende der Zwangsliquidierungen gehebelter Positionen und Eindeckungen von Leerverkäufen, einer fundamentalen Erholung des Halbleiter-Duos sowie den Erwartungen an eine Kehrtwende der US-Geldpolitik.

Der vorausgegangene Markteinbruch war weitgehend auf eine Kettenreaktion panikartiger Glattstellungen zurückzuführen, die durch zweifach gehebelte Einzelaktien-ETFs sowie den Margin-Handel von Privatanlegern ausgelöst worden war. Nachdem die stark gehebelten spekulativen Long-Positionen bereinigt waren, entstand am Markt ein Angebotsvakuum, in dem selbst ein geringer Mittelzufluss massive Eindeckungen von Leerverkäufen auslöste und den Index steil nach oben trieb. Besonders bemerkenswert: Am dritten Tag nach Erreichen der Sohle (31. Juli) sprang der KOSPI um 1.000 Punkte nach oben – ein Tagesplus von fast 18 %, was den größten Tagesgewinn in seiner Geschichte darstellte.

Der KOSPI ist ein klassischer, stark konzentrierter Index, bei dem Samsung Electronics und SK Hynix (SKHY) allein mehr als die Hälfte des Marktkapitalisierungsgewichts des Index ausmachen. Da Berichten zufolge große Institutionen wie Temasek beabsichtigten, direkt in südkoreanische Halbleiterriesen zu investieren, und die Kapazitäten für HBM3e/HBM4 weiterhin knapp blieben, trieb die Bewertungserholung dieser Schwergewichte den Gesamtmarkt direkt an.

Im August verfestigten die sich verlangsamenden US-Arbeitsmarktdaten und die sich abkühlenden Inflationsdaten die Markterwartungen hinsichtlich einer Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) im September weiter. Der Rückgang des US-Dollar-Index und der Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen verschaffte Schwellenmärkten, insbesondere High-Beta-Märkten wie Südkorea, liquiditätsseitigen Spielraum, was dem KOSPI zu einer Erholung über die Marke von 6.800 Punkten und auf den höchsten Stand seit dem 24. Juli verhalf.

Kehrt der KOSPI-Bullenmarkt zurück?

Rein technisch betrachtet hat der KOSPI die Definition eines technischen Bullenmarktes erfüllt: Er erholte sich um mehr als 20 % von seinem Tief Ende Juli und durchbrach seinen abwärts gerichteten Trendkanal nach oben, um den Abwärtstrend umzukehren. Aus Sicht der allgemeinen Kapitalstruktur und der makroökonomischen Fundamentaldaten haben sich abkühlende US-Inflationsdaten und ein sich verlangsamender Arbeitsmarkt eine Fed-Zinssenkung im September zu einem breiten Marktkonsens gemacht, wobei sich verbessernde Liquiditätserwartungen den Schwellenmärkten direkt frischen Auftrieb verleihen.

kospi-6ed1767d5cca412da6b33ac9ac8e3d3dKOSPI-Index-Chart, Quelle: TradingView

Obwohl der KOSPI über bullische Argumente verfügt, die eine Rückkehr in einen Bullenmarkt stützen, bedeutet dies keineswegs, dass der künftige Trend reibungslos mit stetigen Gewinnen verlaufen wird. Dies liegt nicht nur daran, dass eine hohe Volatilität beim KOSPI die Regel ist, sondern auch daran, dass im Vergleich zum Rekordhoch vom Juni 2026 weiterhin ein erheblicher Angebotsüberhang durch feststeckende Anleger besteht. Somit wird jeder Kursanstieg auf Verkaufsdruck von Anlegern stoßen, die ohne Verlust aussteigen wollen. In extremen Szenarien sollte man daher im Hinblick auf die 5.000er-Marke vorsichtig bleiben, da ein Verlust dieses Niveaus bedeuten würde, dass es sich lediglich um eine „Bullenfalle“ handelt.

Fazit

Der KOSPI-Index erholte sich um über 30 % und durchbrach die Marke von 6.800 Punkten nach oben, vor allem angetrieben durch Short-Eindeckungen, Erholungen bei Samsung Electronics und SK Hynix sowie Erwartungen von Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve. Obwohl er technisch gesehen wieder in einen Bullenmarkt zurückgekehrt ist, sieht er sich weiterhin einer hohen Volatilität und Verkaufsdruck von oben durch im Verlust feststeckende Positionen ausgesetzt. Sollte er die Marke von 5.000 Punkten unterschreiten, sollten sich Anleger vor einer Bullenfalle in Acht nehmen.

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