Der Silberpreis (XAG/USD) fällt am frühen Donnerstag im europäischen Handel auf rund 72,30 USD, den niedrigsten Stand seit dem 6. Mai. Das Edelmetall steht unter Verkaufsdruck angesichts der erneuten Spannungen zwischen den USA und dem Iran.
Reuters berichtete am Mittwoch, dass das US-Militär über Nacht neue Angriffe im Iran durchgeführt hat, bei denen ein Militärstandort ins Visier genommen und vier iranische Einweg-Angriffs-Drohnen abgeschossen wurden, die eine Bedrohung rund um die Straße von Hormus darstellten. Die steigenden Spannungen im Nahen Osten haben die Rohölpreise nach oben getrieben und den US-Dollar gestärkt, was den auf USD lautenden Rohstoffpreis belastet.
Alle Augen richten sich auf die Veröffentlichung der US-PCE-Inflationsdaten später am Tag. Dieser Bericht könnte Hinweise auf den US-Zinspfad in diesem Jahr geben. Es wird erwartet, dass der Gesamt-PCE-Preisindex im April im Jahresvergleich um 3,8 % steigt, nach 3,5 % im März. Der Kern-PCE-Preisindex wird voraussichtlich im April um 3,3 % YoY zulegen, gegenüber zuvor 3,2 %.
Die Veröffentlichung des US-Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) für April wird am Donnerstag im Fokus stehen. Sollte der Bericht heißere als erwartete Ergebnisse zeigen, könnte dies die Erwartung einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank (Fed) in diesem Jahr verstärken und das weiße Metall belasten.
Im Tages-Chart hält sich XAG/USD deutlich unter dem 100-Tage Simple Moving Average (SMA) und dem 20-Tage SMA der Bollinger-Bänder, was trotz der jüngsten Erholung von tieferen Niveaus die kurzfristige Tendenz bärisch bleiben lässt. Der Relative Strength Index (RSI) bei 41,76 liegt unter der neutralen 50er-Linie und deutet auf anhaltenden Abwärtsdruck statt auf eine entscheidende Erholung hin.
Auf der Oberseite zeigt sich der erste Widerstand am 20-Tage SMA der Bollinger-Bänder bei rund 77,95 USD, gefolgt vom Hoch vom 25. Mai bei 78,83 USD. Die nächste Hürde ist der 100-Tage SMA bei 81,30 USD, während das obere Bollinger-Band bei etwa 86,86 USD als weiter entfernter Deckel fungiert, falls sich eine Short-Covering-Rallye ausweitet.
Auf der Unterseite liegt die nächste bedeutende Unterstützung am Tief vom 30. April bei 71,22 USD, gefolgt von der psychologischen Marke bei 70,00 USD. Die nächste relevante Marke ist das untere Bollinger-Band bei etwa 69,00 USD, dessen Durchbruch weitere Schwäche in Richtung tieferer, bislang unerforschter Unterstützungszonen auf Tagesbasis offenbaren würde.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Silber ist ein Edelmetall, das bei Investoren sehr gefragt ist. Es wurde in der Vergangenheit als Wertanlage und Tauschmittel verwendet. Obwohl Silber weniger populär ist als Gold, können Anleger es wegen seines inneren Wertes zur Diversifizierung ihres Anlageportfolios oder als potenzielle Absicherung in Zeiten hoher Inflation nutzen. Anleger können Silber physisch in Form von Münzen oder Barren kaufen oder über Instrumente wie börsengehandelte Fonds handeln, die den Silberpreis an den internationalen Märkten nachbilden.
Der Silberpreis kann durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden.Geopolitische Instabilität oder die Angst vor einer tiefen Rezession können den Silberpreis aufgrund seines Status als sicherer Hafen in die Höhe treiben, wenn auch in geringerem Maße als Gold. Als Vermögenswert ohne Zinsen steigt der Silberpreis tendenziell, wenn die Zinssätze sinken. Seine Bewegungen hängen auch von der Entwicklung des US-Dollars (USD) ab, der wiederum von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden kann. Ein starker Dollar hält den Silberpreis tendenziell niedrig, während ein schwächerer Dollar den Preis wahrscheinlich nach oben treibt. Andere Faktoren wie die Investitionsnachfrage, das Minenangebot - Silber wird viel häufiger abgebaut als Gold - und die Recyclingquoten können sich ebenfalls auf die Preise auswirken.
Silber wird häufig in der Industrie verwendet, insbesondere in Bereichen wie Elektronik und Solarenergie, wo es eine der höchsten elektrischen Leitfähigkeiten aller Metalle aufweist - höher als die von Kupfer und Gold. Ein Anstieg der Nachfrage kann zu höheren Preisen führen, während ein Rückgang tendenziell zu niedrigeren Preisen führt. Die Dynamik der Volkswirtschaften der USA, Chinas und Indiens kann ebenfalls zu Preisschwankungen beitragen: In den USA und insbesondere in China wird Silber in verschiedenen Prozessen der großen Industriezweige eingesetzt; in Indien spielt auch die Nachfrage der Verbraucher nach dem Edelmetall für Schmuck eine wichtige Rolle bei der Preisbildung.
Der Silberpreis folgt in der Regel den Bewegungen des Goldpreises. Wenn der Goldpreis steigt, folgt der Silberpreis in der Regel diesem Trend, vor allem weil beide als sichere Anlage gelten. Das Gold-Silber-Verhältnis, das angibt, wie viele Unzen Silber benötigt werden, um den Wert einer Unze Gold zu erreichen, kann helfen, die relative Bewertung der beiden Metalle zu bestimmen. Einige Anleger halten ein hohes Verhältnis für einen Indikator dafür, dass Silber unterbewertet und Gold überbewertet ist. Umgekehrt könnte ein niedriges Verhältnis darauf hindeuten, dass Gold im Vergleich zu Silber unterbewertet ist.