Das Paar USD/JPY gibt während der asiatischen Sitzung am Donnerstag leicht nach, zeigt jedoch keine Fortsetzung und findet Unterstützung vor dem Niveau von 161,50. Dennoch bleiben die Kassapreise in Reichweite eines 40-Jahres-Hochs, da die Händler auf den US-Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) als frischen Impuls warten.
Die entscheidenden Inflationsdaten werden den geldpolitischen Kurs der Federal Reserve (Fed) bestimmen, was wiederum eine Schlüsselrolle bei der Beeinflussung der Kursdynamik des US-Dollars (USD) spielt und die nächste Richtung für das Paar USD/JPY festlegt. In der Zwischenzeit hat der jüngste Rückgang der Rohölpreise die Inflationssorgen gemildert, was die Händler veranlasst, ihre Wetten auf Zinserhöhungen der Fed zurückzuschrauben. Dies löst einen moderaten Rückzug des USD von seinem höchsten Stand seit Mai 2025 aus, der am Mittwoch erreicht wurde, und wirkt als Gegenwind für das Paar USD/JPY.
Darüber hinaus sorgt die verstärkte Spekulation über eine gemeinsame Intervention der USA und Japans für Unterstützung des japanischen Yen (JPY) und begrenzt den Aufwärtstrend des Währungspaares weiter. Tatsächlich haben Japans Finanzministerin Satsuki Katayama und US-Finanzminister Scott Bessent vereinbart, bei Bedarf Maßnahmen im Bereich der Währungen zu ergreifen. Auch Japans Kabinettssekretär Minoru Kihara erklärte am Dienstag, dass er bei Bedarf angemessene Maßnahmen gegen die Devisenbewegungen ergreifen werde. Dies, zusammen mit einer restriktiven Geldpolitik der Bank of Japan (BoJ), verschafft den JPY-Bullen etwas Entlastung.
Tatsächlich zeigte das Summary of Opinions der BoJ-Sitzung im Juni, dass die Entscheidungsträger über zunehmende Inflationsrisiken debattierten, wobei einige schnellere Zinserhöhungen forderten, um die Kreditkosten auf ein Niveau zu heben, das als neutral für die Wirtschaft angesehen wird. Darüber hinaus sagte BoJ-Vorstandsmitglied Naoki Tamura heute, dass es wichtig sei, den Leitzins näher an das neutrale Niveau von etwa 2 % heranzuführen. Dieses liegt jedoch weiterhin unter dem Zielbereich der Fed von 3,5 % bis 3,75 %, was den JPY-Carry-Trade am Leben hält und hilft, die Abwärtsrisiken für das Paar USD/JPY zu begrenzen.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.