Die OCBC-Analysten Sim Moh Siong und Christopher Wong weisen darauf hin, dass USD/SGD angesichts der breiten Stärke des US-Dollars und einer eingetrübten Risikostimmung nach oben tendiert hat. Das tägliche Momentum sei positiv, während der Relative-Stärke-Index (RSI) inzwischen überkaufte Niveaus signalisiere. Eine schwächere Inflationsentwicklung in Singapur und nachlassender Kostendruck im Inland verringerten zudem die Notwendigkeit einer geldpolitischen Straffung durch die Monetary Authority of Singapore (MAS) im Juli. Der Singapur-Dollar dürfte sich zwar vergleichsweise robust entwickeln, allerdings könnte USD/SGD unterstützt bleiben, falls das Umfeld eines starken US-Dollars anhält.
„USD/SGD legte über Nacht im Zuge der breiten Stärke des US-Dollars zu, während sich die Risikostimmung aufgrund von Verkäufen bei Technologie- und KI-Aktien eintrübte. Das Währungspaar wurde zuletzt bei 1,2970 gehandelt. Das tägliche Momentum ist positiv, während der RSI in den überkauften Bereich gestiegen ist.“
„Eine Konsolidierung nahe der oberen Handelsspanne dürfte vorerst anhalten. Widerstände liegen bei 1,2980 (76,4-Prozent-Fibonacci-Niveau) sowie bei 1,3030. Unterstützungen befinden sich bei 1,29 (61,8-Prozent-Fibonacci-Retracement vom Dezember-Hoch bis zum Tief 2026) sowie im Bereich von 1,2840 bis 1,2850 (200-Tage-Durchschnitt und 50-Prozent-Fibonacci-Niveau).“
„Der jüngste Verbraucherpreisbericht zeigte, dass die Gesamt- und Kerninflation im Mai mit 1,8 beziehungsweise 1,4 Prozent im Jahresvergleich schwächer als erwartet ausfielen. Die Werte lagen unter unseren Prognosen von 1,9 beziehungsweise 1,5 Prozent. Höhere Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln, im Einzelhandel und bei anderen Gütern wurden größtenteils durch eine niedrigere Dienstleistungsinflation ausgeglichen.“
„Unsere Volkswirte stellen fest, dass der inländische Kostendruck nachlässt. Die Lohnstückkosten im Dienstleistungssektor dürften in diesem Jahr langsamer steigen, da sich das nominale Lohnwachstum im Zuge einer Abkühlung des Arbeitsmarktes gegenüber dem Vorjahr abschwächt. Gleichzeitig könnten die Konsumausgaben der privaten Haushalte angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit und des erhöhten Preisniveaus vorsichtiger ausfallen.“
„Da die Kerninflation hinter den Erwartungen zurückbleibt und die globalen Energiepreise nachgeben, sehen wir inzwischen weniger Dringlichkeit für eine Straffung der Geldpolitik durch die MAS auf der bevorstehenden Sitzung im Juli, sofern sich der Trend bei der Kerninflation bis in die erste Hälfte des Jahres 2027 weiter abschwächt.“
„Der Singapur-Dollar dürfte zwar im Vergleich zu anderen Währungen eine gewisse Widerstandskraft behalten, ist jedoch nicht immun gegenüber steigenden Renditen von US-Staatsanleihen und einem festeren US-Dollar. Sollte die Stärke des US-Dollars anhalten, könnte dies USD/SGD vorerst weiter stützen.“