Der Goldpreis (XAU/USD) verliert im vierten aufeinanderfolgenden Handelstag an Boden und pendelt während der europäischen Handelsstunden am Montag um 5.000 USD pro Unze. Die zinslosen Metalle, einschließlich Gold, haben weiterhin Schwierigkeiten, da steigende Energiepreise den Inflationsdruck erhöhen, was die Erwartungen senkt, dass die US-Notenbank und andere große Zentralbanken die Zinssätze senken werden.
Die Vereinigten Staaten (USA) griffen am Wochenende Irans wichtigsten Öl-Export-Hub Kharg Island an, was die globalen Versorgungsrisiken erhöhte. US-Präsident Donald Trump erklärte, die Öl-Infrastruktur sei nicht getroffen worden; jedoch führte der Angriff zu Vergeltungsangriffen Teherans auf Israel und die Energieinfrastruktur in anderen arabischen Ländern. Der US-israelische Krieg gegen den Iran ist nun in seine dritte Woche eingetreten, ohne dass eine klare Lösung in Sicht ist, was die Finanzmärkte erschüttert.
Die Edelmetalle, einschließlich Gold, litten, da die Nachfrage nach sicheren Anlagen nachließ, nachdem Berichte aufgetaucht sind, dass die Vereinigten Staaten (USA) eine Koalition zur Eskorte von Schiffen durch die Straße von Hormuz ankündigen könnten. Präsident Trump forderte auch verbündete Nationen, darunter das Vereinigte Königreich, Frankreich, China und Japan, auf, bei der Sicherung der Straße von Hormuz zu helfen. Unterdessen treffen sich die Außenminister der Europäischen Union (EU) in Brüssel, um eine mögliche marine Antwort auf die faktische Schließung der Straße von Hormuz zu erörtern.
Darüber hinaus erklärte der US-Energieminister Chris Wright, dass er erwartet, dass der US-israelische Konflikt mit dem Iran innerhalb der "nächsten Wochen" enden wird, was möglicherweise eine Erholung der Ölversorgung und einen Rückgang der Energiepreise ermöglichen könnte.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.