Der Preis für West Texas Intermediate (WTI), die US-Rohöl-Benchmark, wird am Dienstag während der frühen asiatischen Handelsstunden um die 94,20 USD gehandelt. Der WTI-Preis steigt, da der Iran-Krieg keine Anzeichen für ein baldiges Ende zeigt. Händler warten auf die Veröffentlichung des Berichts des American Petroleum Institute (API), der später am Dienstag veröffentlicht wird.
Die israelische Armee gab am Dienstag bekannt, dass sie Raketen entdeckt habe, die aus dem Iran in Richtung israelisches Territorium abgefeuert wurden. Sie forderte die Menschen in den betroffenen Gebieten auf, sich sofort in Schutzräume zu begeben. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) kündigten die vorübergehende und vollständige Schließung des Luftraums des Landes als „außergewöhnliche Vorsichtsmaßnahme“ an. Das Verteidigungsministerium der VAE erklärte zuvor, es reagiere auf eingehende Raketen- und Drohnenbedrohungen aus dem Iran.
Vergeltungsangriffe des Iran in der Region auf Schiffe, Infrastruktur und Häfen, durch die Öltanker transitieren, wecken die Befürchtung, dass der Krieg in einen langwierigen regionalen Konflikt umschlagen könnte. Dies könnte wiederum den WTI-Preis auf kurze Sicht anheben.
Andererseits wird die Internationale Energieagentur (IEA) die Freigabe weiterer Ölreserven auf den globalen Markt in Betracht ziehen, um die steigenden Ölpreise zu dämpfen. Die IEA gab bekannt, dass sie eine Rekordmenge von 400 Millionen Barrel Öl freigeben wird. Die Freigabe von Notfallölreserven durch Länder, die über die IEA koordiniert werden, kann vorübergehend das Angebot auf dem Markt erhöhen und einen starken Anstieg der Ölpreise verhindern.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.