Der Goldpreis (XAU/USD) verzeichnete in der frühen asiatischen Sitzung am Freitag moderate Gewinne nahe 4.795 USD. Die Händler wägen Anzeichen für nachlassende geopolitische Spannungen gegen anhaltenden Inflationsdruck ab. Das nächste Treffen zwischen den Vereinigten Staaten (USA) und dem Iran könnte am Wochenende stattfinden.
Reuters berichtete, dass am Donnerstag ein 10-tägiger Waffenstillstand zwischen Libanon und Israel in Kraft trat. Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu bestätigte, dass er dem Waffenstillstand zugestimmt habe, um die Gespräche auf eine „historische Friedensvereinbarung“ mit dem Libanon voranzutreiben.
US-Präsident Donald Trump äußerte sich optimistisch über die Möglichkeit, dass die USA und der Iran einen dauerhaften Waffenstillstand erzielen könnten, während die beiden Länder eine Verlängerung des Waffenstillstands verhandeln, der nächste Woche ausläuft. Die Händler werden die Entwicklungen rund um die US-Iran-Friedensgespräche am Wochenende genau beobachten, um neuen Schwung zu erhalten.
Unterdessen bleibt die Blockade der Straße von Hormus eine kritische Sorge. Jegliche Störung der Energieversorgung könnte den Rohölpreis steigen lassen, was die Inflation antreibt und die Zentralbanken weniger geneigt macht, die Zinssätze zu senken. Gold wird oft in Zeiten geopolitischer Unsicherheit genutzt, bringt jedoch keine Zinsen, was es bei hohen Zinssätzen weniger attraktiv macht.
Eine höhere Nachfrage von großen Zentralbanken könnte helfen, die Verluste des gelben Metalls zu begrenzen. Die People's Bank of China (PBoC) hat ihre Goldkaufserie bis März 2026 auf 18 aufeinanderfolgende Monate verlängert. Dieser Trend markiert eine strukturelle Verschiebung, da Institutionen De-Dollarisierung und Diversifizierung angesichts zunehmender globaler Instabilität priorisieren.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.