Gold (XAU/USD) gerät während der asiatischen Sitzung am Dienstag erneut unter Verkaufsdruck und dreht einen Großteil der Kursgewinne vom Vortag an der horizontalen Widerstandsmarke von 4.580 USD um. Gemischte Signale über ein mögliches US-Iran-Friedensabkommen dämpfen den jüngsten Optimismus und stärken den sicheren Hafen US-Dollar (USD). Zudem lösen anhaltende geopolitische Unsicherheiten eine moderate Erholung der Rohölpreise aus, was Inflationsängste wiederbelebt und die Erwartungen an eine hawkischere US-Notenbank (Fed) stärkt. Dies bietet zusätzliche Unterstützung für den USD und schwächt das renditelose gelbe Metall.
Medienberichten zufolge, die sich auf Aussagen des Central Command berufen, führten US-Streitkräfte am Montag Selbstverteidigungsschläge im Süden Irans durch. Ziele waren unter anderem Raketenabschussstellen und iranische Boote, die versuchten, Minen zu legen. Dies kommt zu den erheblichen Meinungsverschiedenheiten über Irans Atomprogramm und einer Pattsituation an der Straße von Hormus hinzu, was die Hoffnungen auf eine Beendigung des fast dreimonatigen Krieges dämpft. Zudem hat US-Präsident Donald Trump wiederholt mit weiteren Militäreinsätzen gegen Iran gedroht, falls dieser kein umfassenderes Friedensabkommen akzeptiert. Dies hält das geopolitische Risiko aufrecht und hilft dem sicheren Hafen USD, nach dem Rückgang am Montag auf ein über eine Woche tiefes Niveau wieder an Fahrt zu gewinnen, was den Goldpreis belastet.
Unterdessen hat Iran seit Kriegsbeginn nahezu den gesamten Schiffsverkehr durch den Golf gestoppt und damit etwa 20 % der weltweiten Ölversorgung abgeschnitten. Hinzu kommt die US-Blockade iranischer Häfen, die zusammen mit der jüngsten Entwicklung den Rohölpreis von einem Zweiwochen-Tief erholen lässt. Dies entfacht erneut Befürchtungen, dass der kriegsbedingte Anstieg der Energiepreise den Inflationsdruck wieder anheizen und wichtige Zentralbanken, einschließlich der Fed, zu einer hawkischeren Haltung veranlassen wird. Das FedWatch-Tool der CME Group zeigt, dass Händler die Möglichkeit mindestens einer Zinserhöhung der US-Notenbank im Jahr 2026 einpreisen. Dies stützt den USD weiter und trägt dazu bei, Kapitalflüsse vom renditelosen Gold abzuziehen.
Der Markt richtet seinen Fokus nun auf die Veröffentlichung des US-Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) und den vorläufigen US-BIP-Bericht, beziehungsweise die zweiten Schätzungen, die am Donnerstag erwartet werden. Diese entscheidenden Daten werden die USD-Nachfrage antreiben und dem XAU/USD-Paar neuen Schwung verleihen. Darüber hinaus werden Investoren die weiteren Entwicklungen rund um die Nahost-Krise genau beobachten, die weiterhin Volatilität an den globalen Finanzmärkten auslösen könnten. In der Zwischenzeit wird die am Dienstag veröffentlichte US-Verbraucherstimmungsindex des Conference Board für kurzfristige Handelsmöglichkeiten beachtet. Insgesamt deutet der fundamentale Hintergrund jedoch darauf hin, dass der Goldpreis eher nach unten tendiert.
Aus technischer Sicht wurde das Edelmetall am Montag nahe der horizontalen Barriere bei 4.580 USD abgewiesen und notiert unter dem 100-Perioden-Exponential Moving Average (EMA) im 4-Stunden-Chart, was eine leicht bärische kurzfristige Tendenz signalisiert. Die Kursentwicklung bleibt unter dieser kurzfristigen Hürde eingeschränkt, obwohl das Histogramm des Moving Average Convergence Divergence (MACD) im positiven Bereich verbleibt. Der Relative Strength Index (RSI) bewegt sich nahe einem neutralen Wert von 47, was nur ein moderates Aufwärtsmomentum anzeigt, das den Widerstand darüber noch nicht herausfordert.
Die horizontale Zone bei 4.580 USD stellt den ersten wichtigen Widerstand vor dem 100-Perioden-EMA im 4-Stunden-Chart bei etwa 4.593,73 USD dar. Ein nachhaltiger Ausbruch über diesen Wert wäre erforderlich, um die vorherrschende Abwärtsneigung zu lockern und den Weg für eine stärkere Erholungsbewegung zu ebnen. Dennoch bleibt das XAU/USD-Paar anfällig für weitere Rücksetzer, wobei Intraday-Trader voraussichtlich die vorherigen Kurstiefs im 4-Stunden-Chart im Bereich von 4.490 bis 4.485 USD sowie die Zone um 4.450 USD als nächste Nachfragestützpunkte beobachten werden.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.