Ethereum (ETH) ist am Mittwoch um mehr als drei Prozent gefallen und näherte sich der Marke von 1.600 US-Dollar. Anhaltende Risikoaversion spiegelt sich weiterhin in wichtigen On-Chain-Kennzahlen wider.
Das sogenannte Realized Price Lower Band von ETH, das in der Vergangenheit häufig die Tiefpunkte von Bärenmärkten bei der größten Altcoin markierte, deutet darauf hin, dass vor einer nachhaltigen Aufwärtsbewegung noch weiteres Abwärtspotenzial bestehen könnte.
Während der Bärenmärkte 2018 und 2022 bildete ETH jeweils ein Tief nahe dem Realized Price Lower Band aus, nachdem der Kurs in den vorangegangenen Haussephasen vom oberen Band korrigiert hatte. Im vergangenen Oktober setzte bei Ethereum nach einer Annäherung an das obere Band eine größere Marktkorrektur ein. Trotz eines Kursrückgangs von mehr als 65 Prozent wurde das untere Band bislang jedoch nicht erreicht.
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ETH Realized Price Bands. Quelle: CryptoQuant
Das Realized Price Lower Band liegt derzeit bei rund 1.150 US-Dollar. Sollte sich die Kennzahl erneut als verlässlicher Indikator erweisen, könnte die größte Altcoin vom aktuellen Niveau aus noch rund 30 Prozent nachgeben, bevor ein Boden erreicht wird. Historisch musste ETH nach der Ausbildung eines Tiefpunkts zunächst den Realized Price – also die durchschnittlichen On-Chain-Einstandskosten der Investoren – überwinden, bevor eine nachhaltige Rally einsetzte.
Das aktuelle Marktumfeld spricht zudem für eine leicht negative Tendenz am Spotmarkt. Die Nettozuflüsse auf die Börsen sind bei Ethereum in den vergangenen beiden Wochen schrittweise gestiegen.
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ETH Exchange Net Flows. Quelle: CryptoQuant
Auch die US-Spot-ETFs auf Ethereum verzeichneten weiterhin Mittelabflüsse. Nach Daten von SoSoValue wurden am Dienstag Abflüsse von 82,3 Millionen US-Dollar registriert. Sollte sich diese Entwicklung in den kommenden beiden Handelstagen fortsetzen, würden die Produkte die siebte Woche in Folge Nettomittelabflüsse ausweisen.
Ethereum verzeichnete in den vergangenen 24 Stunden Liquidationen im Umfang von 213 Millionen US-Dollar. Davon entfielen laut SoSoValue-Daten 170,4 Millionen US-Dollar auf aufgelöste Long-Positionen.
Im Tageschart setzt ETH seine Schwächephase fort. Der Kurs notiert weiterhin unter den exponentiellen gleitenden Durchschnitten der vergangenen 20, 50 und 100 Tage, die sich in einer Spanne zwischen etwa 1.740 und 2.050 US-Dollar bewegen. Trotz stark überverkaufter Marktbedingungen bleibt das übergeordnete Bild damit belastet. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei rund 34 Punkten, während der Stochastik-Indikator in einen extrem überverkauften Bereich gefallen ist. Dies deutet darauf hin, dass der Abwärtsdruck zwar anhält, sich das Tempo der Kursverluste jedoch allmählich abschwächen könnte.
Auf der Oberseite liegt ein erster Widerstand im Bereich von 1.741 US-Dollar, wo eine horizontale Hürde mit dem 20-Tage-Durchschnitt zusammenfällt. Weitere Widerstände befinden sich bei 1.806 US-Dollar sowie in einer breiteren Angebotszone zwischen dem horizontalen Widerstand bei 1.909 US-Dollar und dem 50-Tage-Durchschnitt bei 1.890 US-Dollar.
ETH/USDT-Tageschart
Sollte sich der Verkaufsdruck weiter verstärken, liegt eine erste Unterstützung bei 1.611 US-Dollar. Darunter rückt die Marke von 1.524 US-Dollar in den Blick. Eine stärkere Unterstützung befindet sich bei 1.404 US-Dollar. Ein Bruch dieses Bereichs würde den Weg in Richtung der tieferen Unterstützungszone um 1.156 US-Dollar öffnen.