USD/JPY gewinnt nach der Eröffnung mit einer rückläufigen Kurslücke an Boden, verbleibt im negativen Bereich und handelt während der asiatischen Handelszeiten am Montag bei rund 158,90. Das Paar hält sein Abwärtsmomentum aufrecht, da der japanische Yen (JPY) Unterstützung durch fallende Ölpreise erhält. Diese Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Anzeichen, dass die Vereinigten Staaten (US) und der Iran sich einem diplomatischen Abkommen nähern, das letztlich zur Wiedereröffnung der strategischen Straße von Hormus führen könnte.
Unterdessen erschweren jüngste Wirtschaftsdaten den Ausblick für die Geldpolitik Japans. Berichte, die letzte Woche veröffentlicht wurden, zeigten, dass die Kerninflationsrate Japans im April auf ein Vierjahrestief von 1,4 % im Jahresvergleich gesunken ist, was den unmittelbaren Druck auf die Bank of Japan (BoJ) zur Straffung ihrer Politik verringert.
Die BoJ könnte jedoch weiterhin eine Zinserhöhung in Betracht ziehen, da die heimische Wirtschaft insgesamt widerstandsfähig bleibt. Marktteilnehmer bleiben zudem hoch aufmerksam gegenüber möglichen Währungsinterventionen durch die japanischen Behörden, falls der JPY erneut auf die kritische Schwelle von 160 pro Dollar fällt, die bereits Ende April und Anfang Mai zu Interventionen Tokios am Markt geführt hatte.
Das USD/JPY-Paar steht zusätzlich unter Abwärtsdruck aufgrund eines schwächeren US-Dollars (USD), der an Boden verliert, da die Nachfrage nach sicheren Häfen im Vorfeld des US-Iran-Abkommens nachlässt. Aktuelle Berichte deuten darauf hin, dass sich die beiden Nationen auf eine Verlängerung des Waffenstillstands um 60 Tage einigen. Im Rahmen dieses vorgeschlagenen Abkommens würde die Straße von Hormus wieder geöffnet, Iran würde die in der Wasserstraße gelegten Minen räumen und freie Schifffahrt erlauben, während die Vereinigten Staaten im Gegenzug ihre derzeitige Blockade iranischer Häfen aufheben würden.
Der Rückgang des Greenback könnte jedoch durch anhaltenden Inflationsdruck in den Vereinigten Staaten begrenzt sein, der Investoren dazu veranlasst hat, ihre Erwartungen an die Federal Reserve von Zinssenkungen hin zu möglichen zukünftigen Zinserhöhungen anzupassen. Laut dem CME FedWatch Tool preisen die Marktteilnehmer nun eine 41,0%ige Wahrscheinlichkeit ein, dass die Fed bis zum Jahresende eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte vornimmt.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.