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RBNZ Rückblick: Zinsen könnten früher und schneller steigen müssen

Quelle Fxstreet

Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) gab am Mittwoch eine klare hawkische Haltung ab, indem sie den Official Cash Rate (OCR) unverändert bei 2,25 % beließ und gleichzeitig stark signalisierte, dass Zinserhöhungen in den kommenden Monaten wahrscheinlich sind.

Die größte Überraschung kam von den aktualisierten OCR-Prognosen: die RBNZ sieht die Zinssätze nun deutlich höher für 2026 und 2027 als noch im Februar, ein Zeichen dafür, dass die Entscheidungsträger zunehmend besorgt sind, dass inflationsbedingte Druckfaktoren im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt hartnäckiger sein könnten.

Die Erklärung hob wiederholt das Risiko hervor, dass höhere Energiekosten sich auf Löhne, Preise und Inflationserwartungen auswirken, während die Bank nun erwartet, dass die Inflation später in diesem Jahr mit 4,3 % ihren Höhepunkt erreicht, bevor sie erst Mitte 2027 allmählich wieder das Ziel erreicht.

Darüber hinaus verstärkten die Protokolle den hawkischen Ton. Die Entscheidung selbst war gespalten, wobei drei Mitglieder für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte stimmten und drei Mitglieder eine Beibehaltung bevorzugten, sodass Gouverneurin Anna Breman die entscheidende Stimme hatte.

Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass die Uneinigkeit mehr die zeitliche Abstimmung als die Richtung betraf. Breman bestätigte später, dass sich alle Mitglieder im Wesentlichen einig waren, dass die Zinssätze wahrscheinlich steigen werden, wobei die Debatte sich darauf konzentrierte, ob man jetzt handeln oder auf weitere Daten warten sollte.

Die RBNZ erkannte auch das schwierige Umfeld für die Wirtschaft an. Die Entscheidungsträger warnten, dass der Nahostkonflikt gleichzeitig die Inflation anheizt und das Wachstum schwächt, während ein schwächeres Vertrauen, geringere Ausgaben und eine erhöhte Arbeitslosigkeit im Laufe der Zeit dazu beitragen sollten, den Inflationsdruck zu dämpfen. 

Dennoch blieb der Gesamtton eindeutig auf weiteren Straffungen ausgerichtet.

Breman sagte, dass OCR-Erhöhungen bei den kommenden Sitzungen wahrscheinlich sind und beschrieb die aktuellen geldpolitischen Einstellungen als immer noch „ein wenig auf der akkommodierenden Seite“, eine bemerkenswerte Aussage für eine Zentralbank, die die Zinssätze unverändert ließ.

Für die Märkte war die Botschaft ziemlich klar: Die RBNZ denkt nicht daran, bald zu lockern, und das Treffen im Juli sieht nun sehr lebendig aus.

Auswirkungen auf den NZD

Für die Märkte tendiert das Ergebnis unterstützend für den neuseeländischen Dollar (NZD), insbesondere gegenüber niedrig verzinslichen Währungen. Während die Marktteilnehmer die Entscheidung der RBNZ weiter verarbeiten, fällt AUD/NZD unter die Unterstützung bei 1,2100 und erreicht neue Sechs-Wochen-Tiefs.

RBNZ - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) hat das Mandat, die Preisstabilität zu gewährleisten und eine Inflationsrate zwischen 1 % und 3 % zu erreichen.

Der geldpolitische Ausschuss der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) legt das Zinsniveau fest, um die Inflation im Zielkorridor zu halten. Höhere Zinsen bremsen die Wirtschaft und stützen den Neuseeland-Dollar (NZD), während niedrigere Zinsen ihn schwächen.

Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) misst der Beschäftigung große Bedeutung bei, da ein angespannter Arbeitsmarkt die Inflation anheizen kann. Ihr Ziel der „maximal tragbaren Beschäftigung“ beschreibt den höchsten nachhaltigen Einsatz von Arbeitskräften, ohne dass dies zu einer unkontrollierten Preissteigerung führt. „Ist die Beschäftigung auf diesem maximal tragbaren Niveau, bleibt die Inflation niedrig und stabil. Liegt die Beschäftigung jedoch über einen längeren Zeitraum über diesem Niveau, steigen die Preise schneller, und die RBNZ wird gezwungen, die Zinssätze zu erhöhen, um die Inflation zu bändigen“, erklärt die Bank.

In Krisenzeiten greift die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) auf ein geldpolitisches Instrument namens Quantitative Lockerung (QE) zurück. Dabei handelt es sich um den Ankauf von Vermögenswerten – meist Staats- oder Unternehmensanleihen – durch die Notenbank, um die Geldmenge zu erhöhen und die heimische Wirtschaft anzukurbeln. Diese Maßnahme führt in der Regel zu einer Abwertung des neuseeländischen Dollars (NZD) und wird nur eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein nicht ausreichen, um die wirtschaftlichen Ziele zu erreichen. Zuletzt setzte die RBNZ während der Covid-19-Pandemie auf QE, um die Konjunktur zu stabilisieren.


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