BNY-Analyst Geoff Yu weist darauf hin, dass institutionelle Investoren ihr Engagement in China trotz eines Bärenmarktes im Hongkonger China Enterprises Index und Kursverlusten chinesischer Aktien von 15 bis 16 Prozent seit Jahresbeginn weiter ausbauen. Die Bestände liegen im historischen Vergleich weiterhin auf einem erhöhten Niveau. Yu argumentiert, dass günstigere Bewertungen, robuste Exportdaten und die Aussicht auf politische Unterstützung eine Strategie des „Kaufens bei Kursrückgängen“ bei wichtigen China-Indizes und ETFs stützen.
„Trotz dieser Schwäche zeigen unsere Daten, dass institutionelle Investoren weiterhin chinesische Aktien kaufen. Die Mittelzuflüsse entwickeln sich besser als im übrigen Asien (Abbildung 2), wo die Stimmung durch Kapitalabflüsse aus Südkorea und Taiwan belastet wurde. Allerdings sind chinesische Aktien in diesem Jahr um 15 bis 16 Prozent gefallen, sodass die Verluste auf bestehende Bestände den Wert der neuen Käufe mehr als ausgeglichen haben.“
„Die China-Bestände liegen derzeit im achten Perzentil ihrer Bandbreite im Jahr 2026. Diese Spanne war allerdings außergewöhnlich eng: Die Bestände bewegten sich im Jahresverlauf durchgehend zwischen rund 10 und 18 Prozent über ihrem gleitenden Zwölfmonatsdurchschnitt. Mit anderen Worten spiegelt die niedrige Perzentil-Einstufung eher einen moderaten Rückgang von einem erhöhten Ausgangsniveau wider als eine tatsächliche Untergewichtung.“
„Anleger scheinen chinesische Aktien zu kaufen, weil der jüngste Ausverkauf attraktivere Einstiegsmöglichkeiten geschaffen hat. Wichtige China-ETFs liegen fast 20 Prozent unter ihren Höchstständen seit Jahresbeginn und mehr als 12 Prozent unter ihren 200-Tage-Durchschnitten, wodurch der Markt deutlich überverkauft erscheint.“
„Die Bewertungen bleiben jedoch vergleichsweise moderat. Die Börse in Shanghai wird derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der vergangenen zwölf Monate von 17,6 bewertet, während der HSCEI bei 11,3 liegt. Für viele institutionelle Investoren scheint der Preisrückgang stärker ausgefallen zu sein als eine mögliche Verschlechterung der langfristigen Anlageperspektiven, was eine Strategie des Kaufens bei Kursrückgängen unterstützt.“
„Aus Sicht der Vermögensallokation erklärt die Kombination aus attraktiven Bewertungen, besseren Exportdaten und der Möglichkeit weiterer politischer Unterstützung als Reaktion auf die Signale der Aktienmärkte, warum grenzüberschreitend investierende Anleger ihr Engagement trotz der jüngsten Marktschwäche weiter ausbauen.“