Der Schweizer Franken (CHF) schwächt sich gegenüber dem Euro (EUR), während EUR/CHF steigt, nachdem intraday Verluste umgekehrt wurden, trotz schwacher wirtschaftlicher Stimmung in der Eurozone.
Zum Zeitpunkt des Schreibens handelt das Paar bei etwa 0,9069 und setzt seine Erholung fort, nachdem es Anfang des Monats kurz unter die Marke von 0,9000 gefallen war, als die Nachfrage nach sicheren Häfen aufgrund des eskalierenden Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran gestiegen war.
Der jüngste Anstieg scheint hauptsächlich durch das Auflösen von Positionen und nicht durch eine Veränderung der zugrunde liegenden Fundamentaldaten getrieben zu sein. Angesichts der weiterhin hohen geopolitischen Spannungen sind Händler zunehmend besorgt über eine übermäßige Stärke des Schweizer Frankens. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat signalisiert, dass sie bereit ist, im Devisenmarkt einzugreifen, was die Marktteilnehmer ermutigen könnte, ihre Long-CHF-Positionen zu reduzieren.
Das Anlegervertrauen in der Eurozone hat sich im März stark verschlechtert. Der ZEW-Wirtschaftsstimmungsindex der Eurozone fiel von 39,4 auf -8,5 und verfehlte die Prognosen von 24, während der Wert für Deutschland von 58,3 auf -0,5 fiel, ebenfalls deutlich unter den Erwartungen von 38,7.
In der Schweiz fielen die Produzenten- und Importpreise im Februar um 0,3% gegenüber dem Vormonat, nach einem Rückgang von 0,2% im Januar, und verfehlten die Erwartungen eines stabilen Wertes. Die jährliche Rate sank von -2,2% auf -2,7%.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die geldpolitischen Entscheidungen der SNB und der Europäischen Zentralbank (EZB), die für Donnerstag geplant sind, wobei beide Zentralbanken allgemein erwartet werden, die Zinssätze unverändert zu lassen.
Händler werden sich auf die zukünftige Orientierung konzentrieren, um Signale für den zukünftigen Zinspfad zu erhalten, da der jüngste Anstieg der Ölpreise, der mit Störungen in der Straße von Hormuz verbunden ist, die Inflationssorgen verstärkt hat und eine hawkische Neubewertung der Zinserwartungen ausgelöst hat.
Der Inflationsausblick bleibt zwischen der Schweiz und der Eurozone unterschiedlich, obwohl beide Nettoenergieimporteure sind. Höhere Ölpreise könnten das Wachstum in der Eurozone belasten, während die Inflation hoch bleibt. Im Gegensatz dazu hilft ein stärkerer Schweizer Franken, die importierte Inflation zu reduzieren, indem er ausländische Waren günstiger macht.
Vor diesem Hintergrund neigen die Märkte zu einem hawkischen Ausblick der EZB, wobei Händler beginnen, eine mögliche Zinserhöhung bis Juli einzupreisen, während die SNB voraussichtlich die Zinssätze bis 2026 unverändert lassen wird.