Das Währungspaar AUD/USD gewinnt während der asiatischen Handelsstunden am Mittwoch an Fahrt und nähert sich 0,7115. Der Australische Dollar (AUD) stärkt sich gegenüber dem US-Dollar (USD) nach einer hawkischen Zinserhöhung der Reserve Bank of Australia (RBA). Alle Augen sind auf die Zinspolitikentscheidung der US-Notenbank (Fed) am Mittwoch gerichtet.
Wie allgemein erwartet, erhöht die australische Zentralbank den Official Cash Rate (OCR) um 25 Basispunkte (bps) auf 4,10% bei ihrer Sitzung im März am Dienstag. Dies markiert die zweite aufeinanderfolgende Zinserhöhung des Jahres, nach einer Erhöhung um 25 bps im Februar.
RBA-Gouverneurin Michele Bullock sagte während der Pressekonferenz, dass die Preise weiterhin zu hoch seien und der Vorstand sich über Zweitrundeneffekte durch höhere Energiekosten, ausgelöst durch den Konflikt im Nahen Osten, Sorgen mache. Sie betonte, dass die Entscheidung am Dienstag nichts über den zukünftigen Kurs der Politik aussage. Dennoch bietet der hawkische Ton der RBA dem Aussie gegenüber dem USD etwas Unterstützung.
Es wird erwartet, dass die Fed ihren Leitzins bei der geldpolitischen Sitzung im März am Mittwoch unverändert lässt, um den Entscheidungsträgern die Möglichkeit zu geben, zu sehen, wie sich der Krieg auf die US-Wirtschaft auswirkt. Fed-Vorsitzender Jerome Powell wird eine seiner letzten Pressekonferenzen halten, bevor seine Amtszeit im Mai endet. Aufgrund geopolitischer Unsicherheiten glauben viele Analysten, dass die US-Zentralbank die Zinsen möglicherweise erst im Oktober oder Dezember 2026 senken wird.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.