Das Paar AUD/USD hält sich während der asiatischen Sitzung am Freitag stabil über dem Bereich von Mitte 0,7100 und scheint vorerst den bescheidenen Pullback vom Vortag aus seinem höchsten Stand seit Juni 2022 gestoppt zu haben. Die Spotpreise sind weiterhin auf Kurs, starke Wochengewinne vor dem Hintergrund eines unterstützenden fundamentalen Rahmens zu verzeichnen.
Die Ankündigung eines Waffenstillstands zwischen Israel und Libanon nährt Hoffnungen auf ein Friedensabkommen zwischen den USA und Iran und unterstützt die optimistische Marktstimmung. Dies, zusammen mit dem hawkischen Ausblick der Reserve Bank of Australia (RBA), wirkt weiterhin als Rückenwind für den Aussie. Tatsächlich erklärte der stellvertretende Gouverneur der RBA, Andrew Hauser, Anfang dieser Woche, dass die Zentralbank darauf fokussiert sei, einen Anstieg der mittelfristigen Inflationserwartungen zu verhindern, was die Wetten auf weitere geldpolitische Straffungen im Jahr 2026 bestätigt. Die aktuelle Marktbepreisung deutet auf eine 65%ige Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Mai hin, die wiederum als Schlüsselfaktor zur Unterstützung des Paares AUD/USD gesehen wird.
Unterdessen betonten die Finanzminister der Gruppe der Sieben (G7) die dringende Notwendigkeit, die wirtschaftlichen Folgen eines andauernden Nahostkonflikts zu begrenzen. Zudem dämpft die Instabilität in der Straße von Hormus den Optimismus, der durch mögliche Friedensgespräche zwischen den USA und Iran entstanden ist. Dies hilft dem sicheren Hafen US-Dollar (USD), die bescheidenen Erholungsgewinne vom Vortag aus dem niedrigsten Stand seit Ende Februar zu bewahren und könnte das Paar AUD/USD begrenzen. Daher ist es ratsam, auf eine Fortsetzung der Kaufaktivitäten zu warten, bevor man auf die Wiederaufnahme des in den letzten etwa drei Wochen beobachteten Aufwärtstrends setzt.
Eine bedeutende Aufwertung des USD scheint jedoch angesichts der sinkenden Wahrscheinlichkeiten für eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank (Fed) schwer erreichbar. Trader könnten zudem darauf verzichten, aggressive Richtungswetten einzugehen, und stattdessen auf eine weitere Gesprächsrunde zwischen den USA und Iran, möglicherweise an diesem Wochenende, warten. Nichtsdestotrotz deutet der zuvor genannte unterstützende fundamentale Rahmen darauf hin, dass der Weg des geringsten Widerstands für das Paar AUD/USD nach oben führt und jeder korrigierende Pullback wahrscheinlich gekauft wird. Die Trader blicken nun auf Reden einflussreicher FOMC-Mitglieder, die den USD bewegen und Impulse liefern werden.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.