Das Paar USD/JPY gewinnt während des asiatischen Handels am Freitag um die Marke von 159,35 an Stärke. Das Paar setzt die Rallye zum dritten Mal in Folge fort, angesichts der Unsicherheit im Nahen Osten. Allerdings könnten zunehmende Interventionswarnungen von japanischen Beamten den Aufwärtstrend des USD/JPY begrenzen.
US-Präsident Donald Trump sagte am Donnerstag, dass Israel und Libanon sich auf einen 10-tägigen Waffenstillstand geeinigt hätten. Die Unsicherheit im Nahen Osten bleibt hoch, da die libanesische Armee am Freitag erklärte, mehrere Verstöße gegen den Waffenstillstand durch Israel registriert zu haben, nachdem der Waffenstillstand um Mitternacht Ortszeit am Freitag in Kraft getreten war. Die steigenden Spannungen im Nahen Osten könnten den US-Dollar (USD) gegenüber dem japanischen Yen (JPY) stärken.
Händler werden eine zweite Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran, die an diesem Wochenende stattfinden könnte, genau beobachten. Bereits am Donnerstag äußerte Trump Optimismus hinsichtlich der Möglichkeit, dass die USA und der Iran vor Ablauf des Waffenstillstands nächste Woche eine dauerhafte Vereinbarung treffen könnten.
Interventionsängste seitens der japanischen Behörden könnten den JPY stützen und dem Paar Rückenwind verleihen. Japans Finanzministerin Satsuki Katayama sagte am Donnerstag, dass sie enge Gespräche über Devisenfragen mit dem US-Finanzminister Scott Bessent geführt habe und dass die Behörden für „kühne“ Maßnahmen bereit seien, falls dies erforderlich werde.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.