Das Paar EUR/USD gewinnt im frühen asiatischen Handel am Donnerstag an Stärke und steigt auf etwa 1,1710. Der Euro (EUR) stärkt sich gegenüber dem US-Dollar (USD), da die Verlängerung des Waffenstillstands mit Iran durch US-Präsident Donald Trump die Risikoappetit belebt. Die Händler bereiten sich auf die vorläufigen Daten des S&P Global Einkaufsmanagerindex (PMI) vor, die später am Donnerstag veröffentlicht werden.
Bloomberg berichtete am Dienstag, dass die USA den Waffenstillstand mit Iran auf Bitten Pakistans verlängern, während sie auf einen einheitlichen Vorschlag aus Iran warten. Diese Entwicklung mildert die Befürchtungen vor einem erneuten Konflikt, der die Energiepreise stark ansteigen ließ und die Gemeinschaftswährung als risikoreichere Anlage beflügelte.
Dennoch bleiben die Spannungen hoch, da Teheran die Kontrolle über die Straße von Hormus fest in der Hand hält, den Durchgang durch die Handelsroute kontrolliert und Schiffe beschießt. Irans oberster Verhandlungsführer und Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte, Israels Kriegstreiberei und „offensichtliche“ Verstöße gegen den Waffenstillstand machten eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus „unmöglich“.
Trump sagte, es gebe „keinen Zeitdruck“ bei den Verhandlungen über den Waffenstillstand oder Gespräche mit Iran und dass es „keinen Zeitrahmen“ gebe, wann der Krieg enden könnte.
Die Funktionäre der Europäischen Zentralbank (EZB) tendieren dazu, die Zinssätze auf der April-Sitzung unverändert zu lassen. EZB-Ratsmitglied Martins Kazaks sagte am Mittwoch, die Zentralbank habe den „Luxus“, mit Zinserhöhungen zu warten.
Während auf der April-Sitzung eine Beibehaltung erwartet wird, rechnen Analysten von Barclays damit, dass der Fokus auf mögliche Zinserhöhungen um 25 Basispunkte (bps) im Juni und September gerichtet sein wird, um einem durch Energie getriebenen Inflationsanstieg entgegenzuwirken.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.