Das Währungspaar USD/CAD gibt im asiatischen Handel am Donnerstag einige Pips von einem Dreitageshoch nach, zeigt jedoch angesichts gemischter fundamentaler Signale keine Fortsetzung. Trotz einer vorübergehenden Verlängerung des Waffenstillstands zwischen den USA und Iran stützt eine Pattsituation an der Straße von Hormuz den sicheren Hafen US-Dollar und das Währungspaar. Steigende Rohölpreise hingegen stützen den rohstoffgebundenen Loonie und begrenzen die Kassakurse.
US-Präsident Donald Trump kündigte am Dienstag an, den Waffenstillstand mit dem Iran unbegrenzt zu verlängern, wenige Stunden bevor dieser auslaufen sollte, und bekräftigte, dass die US-Blockade iranischer Häfen durch die Marine fortgesetzt wird. Der Iran hingegen hat die Aufhebung der US-Blockade als strikte Voraussetzung für die Wiederaufnahme der Verhandlungen festgelegt. Zudem erklärte die iranische Revolutionsgarde, dass sie auf drei Schiffe in der Straße von Hormuz geschossen und zwei beschlagnahmt habe. Dies hält die geopolitischen Risiken aufrecht und hilft dem USD, die in den letzten zwei Tagen erzielten Gewinne zu bewahren, was wiederum als Unterstützung für das Paar USD/CAD gilt.
Der USD zeigt jedoch angesichts nachlassender hawkischer Erwartungen an die US-Notenbank (Fed) und erneuter Wetten auf eine Zinssenkung bis Jahresende keine bullische Überzeugung. Im Gegensatz dazu preisen die Geldmärkte eine mögliche Zinserhöhung der Bank of Canada (BoC) im April ein. Darüber hinaus treiben anhaltende Spannungen zwischen den USA und Iran die Rohölpreise zum dritten Tag in Folge nach oben, was wiederum dem Kanadischen Dollar (CAD) zugutekommt und das Paar USD/CAD nach unten begrenzt. Daher ist es ratsam, auf eine starke Fortsetzung der Kaufaktivitäten zu warten, bevor bestätigt werden kann, dass die Kassakurse kurzfristig ihren Tiefpunkt erreicht haben.
Die Marktteilnehmer blicken nun auf die US-Wirtschaftsdaten, darunter die üblichen wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung und die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes (PMIs), die später während der nordamerikanischen Sitzung veröffentlicht werden. Diese Daten könnten die USD-Nachfrage antreiben, die zusammen mit der Dynamik der Ölpreise dem Paar USD/CAD einen gewissen Impuls verleihen sollte. Der Fokus wird jedoch weiterhin auf der Geopolitik liegen, die voraussichtlich die Volatilität an den globalen Finanzmärkten aufrechterhält und zu bedeutenden Handelsmöglichkeiten beitragen könnte.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.