Der neuseeländische Dollar (NZD) steht während der europäischen Sitzung am Dienstag gegenüber seinen wichtigsten Währungsgegnern unter erheblichem Verkaufsdruck und notiert rund 0,4 % niedriger bei etwa 0,5690. Das Paar steht unter Druck, da hawkische Wetten auf die Federal Reserve (Fed) die Attraktivität risikoreicherer Anlagen geschwächt haben.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung liegen die S&P 500-Futures 1,36 % im Minus bei rund 7.370 und spiegeln eine risikoaverse Marktstimmung wider. Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenbacks gegenüber sechs wichtigen Währungen verfolgt, notiert 0,2 % höher bei rund 101,20, dem höchsten Stand seit über einem Jahr.
Die folgende Tabelle zeigt die prozentuale Veränderung von US-Dollar (USD) gegenüber den aufgeführten Hauptwährungen heute. US-Dollar war am stärksten gegenüber dem Australischer Dollar.
| USD | EUR | GBP | JPY | CAD | AUD | NZD | CHF | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| USD | 0.27% | 0.30% | -0.10% | 0.19% | 0.82% | 0.51% | 0.21% | |
| EUR | -0.27% | 0.01% | -0.39% | -0.11% | 0.51% | 0.22% | -0.07% | |
| GBP | -0.30% | -0.01% | -0.36% | -0.09% | 0.51% | 0.21% | -0.08% | |
| JPY | 0.10% | 0.39% | 0.36% | 0.27% | 0.90% | 0.60% | 0.29% | |
| CAD | -0.19% | 0.11% | 0.09% | -0.27% | 0.64% | 0.33% | 0.02% | |
| AUD | -0.82% | -0.51% | -0.51% | -0.90% | -0.64% | -0.28% | -0.59% | |
| NZD | -0.51% | -0.22% | -0.21% | -0.60% | -0.33% | 0.28% | -0.32% | |
| CHF | -0.21% | 0.07% | 0.08% | -0.29% | -0.02% | 0.59% | 0.32% |
Die Heatmap zeigt die prozentuale Entwicklung der wichtigsten Währungen im Vergleich zueinander. Die Basiswährung wird aus der linken Spalte ausgewählt, während die Notierungswährung aus der oberen Zeile ausgewählt wird. Wenn Sie zum Beispiel US-Dollar aus der linken Spalte auswählen und sich entlang der horizontalen Linie zum Japanischer Yen bewegen, wird die prozentuale Veränderung in der Box als USD (Basis)/JPY (Notierungswährung) angezeigt.
Laut dem CME FedWatch-Tool liegen die Chancen für eine Zinserhöhung der Fed in diesem Jahr bei fast 87 %, eine deutliche Kehrtwende gegenüber zwei Zinssenkungen, die vor Ausbruch des Nahostkriegs prognostiziert wurden.
Die hawkischen Fed-Wetten haben sich aufgrund steigender sowohl der Gesamt- als auch der Kerninflation in den Vereinigten Staaten (USA) sowie einer Verbesserung der Arbeitsmarktbedingungen verstärkt.
Bei den Wirtschaftsdaten warten die Anleger auf die vorläufigen US S&P Global Einkaufsmanager-Index (EMI)-Daten für Juni, die um 13:45 GMT veröffentlicht werden. Es wird erwartet, dass der US-Dienstleistungs-EMI von 50,7 im Mai auf 51,0 steigt. Der verarbeitende Gewerbe-EMI wird voraussichtlich von 55,1 auf 54,7 sinken.
Auf der neuseeländischen (NZ) Seite wird allgemein erwartet, dass die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) ihren Leitzins (Official Cash Rate - OCR) bei der geldpolitischen Sitzung im Juli um 25 Basispunkte (bps) auf 2,5 % anhebt, berichtet Reuters. Die hawkischen Erwartungen an die RBNZ werden durch beschleunigte Inflationsdrucke gestützt. Im ersten Quartal dieses Jahres blieb der Verbraucherpreisindex (VPI) stabil bei 3,1 %.
Die Begriffe „Risk-on“ und „Risk-off“ beschreiben die Risikobereitschaft der Anleger. In einer „Risk-on“-Phase sind Investoren bereit, in risikoreichere Anlagen zu investieren, während sie in einer „Risk-off“-Phase sicherere Anlagen bevorzugen.
In „Risk-on“-Phasen steigen die Aktienmärkte, und auch Rohstoffe – abgesehen von Gold – gewinnen an Wert, da sie von einem positiven Wachstumsausblick profitieren. Währungen von rohstoffexportierenden Ländern sowie Kryptowährungen legen zu. In „Risk-off“-Zeiten gewinnen Staatsanleihen an Wert, Gold steigt, und sichere Währungen wie der Japanische Yen, der Schweizer Franken und der US-Dollar werden bevorzugt.
Währungen von rohstoffreichen Ländern wie Australien, Kanada und Neuseeland profitieren in Phasen der Risikobereitschaft („Risk-on“), da Rohstoffe in Zeiten wirtschaftlicher Expansion tendenziell im Preis steigen.
Die Währungen, die in Phasen von „Risk-off“-Stimmungen typischerweise an Wert gewinnen, sind der US-Dollar (USD), der japanische Yen (JPY) und der Schweizer Franken (CHF). Der US-Dollar profitiert in Krisenzeiten von seiner Rolle als Weltreservewährung, da Investoren vermehrt US-Staatsanleihen kaufen, die als besonders sicher gelten. Dies liegt daran, dass es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass die größte Volkswirtschaft der Welt zahlungsunfähig wird. Der Yen verzeichnet durch die hohe Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen Zuwächse, da ein Großteil dieser Anleihen von inländischen Investoren gehalten wird, die selbst in Krisenzeiten kaum Verkaufsdruck erzeugen. Der Schweizer Franken wird aufgrund strenger Bankgesetze, die den Kapitalschutz verbessern, als sicherer Hafen betrachtet.