Das Paar USD/CAD gewinnt im frühen europäischen Handel am Donnerstag etwas verlorenen Boden zurück und steigt auf rund 1,4045, womit die sieben Tage andauernde Verlustserie beendet wird. Die Märkte werden angesichts der erhöhten Spannungen im Nahen Osten und vor den US-Einzelhandelsumsätzen für Juni später am Donnerstag vorsichtig.
Das US-Zentralkommando (CENTCOM) teilte mit, eine weitere Angriffswelle gegen den Iran gestartet zu haben, wobei iranische Medien Explosionen auf der Insel Qeshm, in Bandar Abbas und Chabahar meldeten. US-Präsident Donald Trump erwägt laut CNN zudem Optionen zur Ausweitung der US-Militäroperation.
Unterdessen erklärte das iranische Militär, Vergeltungsangriffe auf US-Vermögenswerte in Kuwait, Bahrain und Jordanien durchgeführt zu haben. Anzeichen für eine Eskalation der Spannungen im Nahen Osten könnten kurzfristig eine sichere Hafenwährung wie den US-Dollar (USD) gegenüber dem Kanadischen Dollar (CAD) stärken.
Ein schwächer als erwarteter US-Erzeugerpreisindex (EPI) deutete auf eine Abkühlung der US-Inflation hin und bestärkte die Federal Reserve (Fed) darin, die Leitzinsen unverändert zu lassen. Händler werden später am Tag weitere Hinweise aus den US-Einzelhandelsumsätzen erwarten, um zu beurteilen, ob die Wirtschaft sich ausreichend verlangsamt, um die Inflation unter Kontrolle zu halten, ohne in eine bedeutende Abschwächung zu geraten.
Am Mittwoch beließ die Bank of Canada (BoC) den Leitzins wie erwartet bei 2,25%. Dies war die sechste geldpolitische Sitzung in Folge, bei der die kanadische Zentralbank den Leitzins nach einer aggressiven Lockerungsphase im vergangenen Jahr unverändert ließ.
BoC-Gouverneur Tiff Macklem erklärte, dass „nach einer Stagnation im vergangenen Jahr das Wirtschaftswachstum in Kanada offenbar wieder aufgenommen hat. Während die US-Handelspolitik weiterhin ein Gegenwind ist, zeigen sich die Verbraucher widerstandsfähig und die Unternehmen passen sich an.“
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.