EUR/USD gibt am Montag seine frühen Gewinne wieder ab und bewegt sich in Richtung des Schließens der bullischen Lücke zum Wochenauftakt. Das Paar stieg zunächst, nachdem eine vorübergehende Pause bei den Angriffen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und dem Iran die Risikostimmung verbessert, die Ölpreise deutlich nach unten gedrückt und den US-Dollar (USD) belastet hatte.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert EUR/USD bei rund 1,1373 und damit unter dem Intraday-Hoch von 1,1418.
Der anfängliche Optimismus erwies sich als nur von kurzer Dauer, da US-Beamte betonten, dass militärische Maßnahmen gegen den Iran nicht ausgeschlossen seien. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, sagte, die Straße von Hormus bleibe geschlossen, und fügte hinzu, dass es derzeit keine direkten Gespräche mit den Vereinigten Staaten gebe.
Das Fehlen konkreter Verhandlungen hält die geopolitischen Risiken aufrecht und begrenzt das Abwärtspotenzial sowohl beim US-Dollar als auch bei den Ölpreisen.
Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert nahe 101,46 und erholt sich damit von einem Intraday-Tief bei 101,12. Unterdessen konnten die schwächer als erwartet ausgefallenen US-Auftragseingänge langlebiger Güter die breite Erholung des US-Dollars kaum bremsen.
West Texas Intermediate (WTI) Öl notiert bei rund 83,20 USD je Barrel, nachdem es sich von einem Intraday-Tief bei 81,28 USD erholt hat, liegt damit aber immer noch mehr als 6% im Minus an diesem Tag. Die erhöhten Energiepreise halten die Inflationsrisiken im Fokus und untermauern die Erwartungen, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinsen möglicherweise anheben muss.
Die Fed gibt ihre Zinsentscheidung am Mittwoch bekannt. Allgemein wird erwartet, dass die Notenbank die Zinsen unverändert lässt, obwohl Händler laut dem CME FedWatch Tool weiterhin eine Wahrscheinlichkeit von 33% für eine Zinserhöhung einpreisen. Die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung im September liegt bei knapp 79%.
Ökonomen von DBS Group Research merken an, dass "die Fed vor einer schwierigen Entscheidung steht: Hartnäckige Inflation spricht für Zinserhöhungen, aber schwache Nachfrage, geringe Investitionen, verhaltenes Lohnwachstum und umfangreiche Anleiheemissionen sprechen dafür, die Zinsen vorerst stabil zu halten."
Auf der anderen Seite des Atlantiks ließ die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen in der vergangenen Woche unverändert und bekräftigte, dass künftige geldpolitische Entscheidungen von den eingehenden Daten, dem Inflationsausblick und den damit verbundenen Risiken abhängen werden. Händler blicken nun auf die vorläufigen Daten des harmonisierten Verbraucherpreisindex ohne Energie und Nahrungsmittel (HVPI) für die Eurozone im Juli, die am Freitag veröffentlicht werden.