Der Goldpreis (XAU/USD) wird in der frühen asiatischen Sitzung am Mittwoch um die psychologische Marke von 5.000 US-Dollar stabil gehandelt. Händler sind vorsichtig vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed).
Der Krieg im Iran zeigt keine Anzeichen eines Endes. Israel gab an, den Sicherheitschef Irans, Ali Larijani, getötet zu haben. Diese Entwicklung folgte, nachdem Teheran über Nacht ein riesiges Erdgasfeld in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) in Brand gesetzt hatte. US-Präsident Donald Trump drohte, die Angriffe auf Kharg Island, Irans wichtigstem Exportzentrum, auszuweiten. Die steigenden Spannungen im Nahen Osten, insbesondere zwischen Iran und den VAE, könnten einen traditionellen sicheren Hafen wie das gelbe Metall stärken.
Die Befürchtungen, dass die steigenden Rohölpreise zu einem Anstieg der Inflation führen werden, haben die Erwartungen an Zinssenkungen in den USA in naher Zukunft gedämpft. Dies könnte wiederum einen nicht verzinslichen Vermögenswert belasten. Die Ökonomen von Goldman Sachs sagten Zinssenkungen im September und Dezember voraus, im Vergleich zu Juni und September zuvor.
"Mit höheren Ölpreisen kommt höhere Inflation. Wenn wir höhere Inflation haben, werden die Zentralbanken nicht so motiviert sein wie vor sechs Monaten, die Zinsen zu senken, was negativ für die Goldpreise ist," sagte Bob Haberkorn, Senior Market Strategist bei RJO Futures.
Es wird allgemein erwartet, dass die Fed die Zinssätze während der Sitzung im März in ihrem aktuellen Zielbereich von 3,50% bis 3,75% stabil hält. Händler werden sich nach der Zinsentscheidung stärker an den Äußerungen von Fed-Vorsitzendem Jerome Powell orientieren. Jegliche hawkischen Kommentare von Powell könnten den US-Dollar (USD stärken und den Preis des in USD notierten Rohstoffs kurzfristig belasten.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.