Gold (XAU/USD) gewinnt während der asiatischen Sitzung am Mittwoch etwas positive Fahrt und entfernt sich von einem Ein-Wochen-Tief im Bereich von 4.669-4.668 USD, das am Vortag erreicht wurde. Der US-Dollar (USD) tendiert infolge einer vorübergehenden Verlängerung des Waffenstillstands zwischen den USA und Iran leicht nach unten, was sich als Schlüsselfaktor erweist, der dem Edelmetall etwas Unterstützung bietet. Die Investoren bleiben jedoch besorgt über anhaltende Störungen an der Straße von Hormus. Dies könnte zusammen mit den Erwartungen an eine weniger dovishe US-Notenbank (Fed) tiefere USD-Verluste begrenzen und das zinslose gelbe Metall deckeln.
US-Präsident Donald Trump kündigte am Dienstag an, den Waffenstillstand mit Iran unbegrenzt zu verlängern, um den beiden Ländern die Fortsetzung der Friedensgespräche zur Beendigung des Krieges zu ermöglichen. Die Tasnim News Agency, die den Revolutionsgarden Irans nahesteht, berichtete jedoch, dass Iran keine Verlängerung des Waffenstillstands beantragt habe. Zudem blieben Spannungen zwischen den USA und Iran aufgrund der amerikanischen Seeblockade iranischer Häfen bestehen. Tatsächlich sagte Trump, er werde den Druck auf Iran durch die Aufrechterhaltung der Blockade aufrechterhalten. Iran hingegen verlangt, dass die USA die Blockade aufheben, bevor die Friedensgespräche wieder aufgenommen werden können. Dies hält die geopolitischen Risiken aufrecht und könnte weiterhin den Status des USD als Reservewährung begünstigen.
Unterdessen wurden die Äußerungen von Fed-Vorsitzkandidat Kevin Warsh bei einer Anhörung im Senat am Dienstag als leicht hawkish interpretiert. Warsh versuchte, den US-Senatoren zu versichern, dass er unabhängig vom Weißen Haus handeln werde, während er umfassende Reformen verfolge, und erklärte, er habe Präsident Donald Trump keine Zusagen bezüglich Zinssenkungen gemacht. Hinzu kamen starke US-Einzelhandelsumsätze, die ein positives Bild von der Stärke der amerikanischen Wirtschaft zeichneten und Ökonomen dazu veranlassten, ihre Wachstumsschätzungen für das erste Quartal anzuheben. Dies könnte die USD-Bären weiter zurückhalten und gebietet Vorsicht, bevor man sich für eine weitere Aufwärtsbewegung des Goldpreises positioniert.
Für Mittwoch stehen keine relevanten marktrelevanten Wirtschaftsdaten aus den USA an, sodass der USD den geopolitischen Schlagzeilen ausgeliefert bleibt. Neue Entwicklungen im US-Iran-Konflikt könnten weiterhin Volatilität an den Finanzmärkten erzeugen und Handelsmöglichkeiten rund um Gold bieten. Dennoch deutet der oben genannte fundamentale Hintergrund darauf hin, dass ein gewisser Folge-Kaufdruck notwendig ist, um die Fortsetzung der in den letzten etwa vier Wochen beobachteten Aufwärtsbewegung des XAU/USD-Paares zu stützen.
Aus technischer Sicht mahnt das Scheitern in der vergangenen Woche vor der Marke von 4.900 USD und der anschließende Rückgang zur Vorsicht bei den XAU/USD-Bullen. Zudem pendelt der Relative Strength Index (RSI) nahe einem neutralen Wert von 46 und signalisiert ein schwaches Aufwärtsmomentum. Hinzu kommt, dass der Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Indikator im negativen Bereich liegt, was darauf hindeutet, dass bullishe Versuche allmählich verlaufen könnten, während sich Korrekturdrücke fortsetzen.
Das Edelmetall stößt derzeit auf ein Zusammenfluss-Hindernis – bestehend aus dem 100-Perioden Exponential Moving Average (EMA) im 4-Stunden-Chart und dem 61,8%-Fibonacci-Retracement des Rückgangs im März. Diese Konstellation hält die kurzfristige Tendenz vorsichtig bärisch. Die erste Unterstützung liegt beim 50,0%-Level bei 4.754,02 USD. Ein nachhaltiger Durchbruch darunter würde den Boden des 38,2%-Fibo.-Retracements bei 4.595,95 USD freilegen und eine tiefere Korrekturphase eröffnen, falls der bärische Druck anhält.
Auf der Oberseite folgt auf den Bereich des Zusammenflusses bei 4.760-4.765 USD ein bedeutenderes Hindernis am 61,8%-Fibo.-Retracement nahe 4.912,08 USD, wo Verkäufer bei einem Test voraussichtlich wieder die Kontrolle übernehmen würden.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.