Der Goldpreis (XAU/USD) hält sich am Mittwoch stabil und zeigt eine leichte Erholung nach dem über 2%igen Rückgang am Dienstag, da die Lösung des Konflikts im Nahen Osten weiterhin ungewiss ist, während fallende US-Treasury-Renditen die Attraktivität des Edelmetalls erhöhten. Das XAU/USD-Paar notiert bei 4.726 USD nach einem Tageshoch von 4.772 USD.
Die Markterzählung hat sich nicht geändert, da die US-Iran-Gespräche aufgrund der US-Blockade von Schiffen unter iranischer Flagge gestoppt wurden. Infolgedessen eskaliert Teheran den Konflikt, da die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) drei Frachtschiffe in der Straße von Hormuz beschlagnahmte und die Aufhebung der US-Blockade fordert. US-Präsident Donald Trump verlängerte den Waffenstillstand, während er auf den Vorschlag Teherans wartet und auf Risse innerhalb der iranischen Führung hinweist.
Die Edelmetallpreise erholten sich, als die US-Treasury-Renditen leicht zurückgingen. Da die 10-jährige US-Treasury-Rendite jedoch Verluste auf 4,298% reduzierte, gab XAU/USD seine vorherigen Gewinne wieder ab.
Hohe Ölpreise sind der Hauptgrund, warum Gold seinen Aufwärtstrend nicht halten konnte, da der Inflationsdruck zunimmt und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die Fed die Zinsen länger hoch hält.
Die Geldmärkte preisen ein, dass die Fed die Zinsen im Jahr 2026 unverändert lässt, wobei Spekulanten laut Daten von Prime Terminal die erste Zinssenkung im Juli 2027 erwarten.

Daten aus den USA zeigten, dass die Wirtschaft solide bleibt, da die Einzelhandelsumsätze offenbaren, dass die Haushalte weiterhin konsumieren, wobei der Anstieg hauptsächlich auf hohe Benzinpreise zurückzuführen ist. Dennoch prognostiziert der Atlanta Fed GDP Now, der das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Echtzeit anhand der neuesten Daten schätzt, für das erste Quartal 2026 ein Wachstum von 1,2%.
Der designierte Vorsitzende der Federal Reserve (Fed), Kevin Warsh, erklärte vor dem Senat, dass er einen neuen Ansatz bei der Fed unterstützt, keine Unterstützung für Forward Guidance bietet und die Unabhängigkeit der Zentralbank für wesentlich hält. Er betonte, dass Präsident Trump ihn nicht unter Druck bezüglich der Zinspolitik gesetzt habe.
Unterdessen gewinnt der Greenback etwas Boden zurück, da der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Dollars gegenüber sechs Währungen misst, um 0,17% auf 98,57 steigt und damit ein Sieben-Tage-Hoch erreicht.
Vor dem US-Wirtschaftskalender werden am Donnerstag die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und die S&P Global Flash PMIs für April veröffentlicht.
Der Goldpreis bleibt stabil, kann jedoch die Marke von 4.800 USD nicht überwinden, was seinen Fall unter die psychologische Marke von 4.750 USD verschärft und ihn dazu bringt, den 100-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 4.718 USD herauszufordern.
Es ist erwähnenswert, dass das gelbe Metall seit dem Erreichen eines Monats-Hochs von 4.890 USD in den letzten drei Tagen eine aufeinanderfolgende Serie von tieferen Hochs und tieferen Tiefs ausgebildet hat. Daher hat sich die Stimmung von neutral zu neutral-bärisch gewandelt, wobei Verkäufer auf einen klaren Bruch der 100- und 20-Tage-SMAs abzielen, wobei letzterer unter der 4.700-USD-Marke bei 4.692 USD liegt.
Unterhalb dieses Bereichs wäre die nächste wichtige Unterstützung die Marke von 4.600 USD.
Für eine bullishe Fortsetzung muss Gold die 4.800 USD zurückerobern, wenn Käufer hoffen wollen, höhere Preise zu erreichen, wobei der 50-Tage-SMA als nächster wichtiger Widerstand bei 4.883 USD liegt.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.