Die polnische Zentralbank war im April der größte Goldkäufer unter ihren Pendants und festigte damit ihre Position als eine der weltweit aktivsten Staatsbanken, die das Edelmetall akkumulieren.
Die Bank kaufte im Monat 14 Tonnen Gold und brachte die kumulierten Käufe des Landes im laufenden Jahr auf 45 Tonnen, so die neuesten Daten des World Gold Council (WGC).
Die Goldkäufe der polnischen Zentralbank in diesem Jahr übertrafen bisher die von Usbekistan und China, die auf den Plätzen zwei und drei im Ranking liegen.

Die Goldbestände der Nationalbank von Polen belaufen sich auf 595 Tonnen, was etwa 30 % ihrer Gesamtreserven entspricht. Die Bank hat ihre Wette auf das Edelmetall als geopolitische Absicherung angesichts zunehmender Unsicherheit verdoppelt.
Daten des WGC zeigen, dass globale Zentralbanken im April wieder Netto-Goldkäufe aufgenommen haben und sich damit von den im März verzeichneten Nettoverkäufen erholten. Damals zwangen die unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs einige Schwellenländer dazu, Gold zu verkaufen, um ihre Währungen zu schützen.

Die Käufe der Zentralbanken waren ein wesentlicher Treiber der Goldrallye, bei der sich der Preis des Metalls im Jahr 2025 fast verdoppelte. Das Kaufvolumen stieg 2022 deutlich an, nachdem Russlands Devisenreserven nach der Invasion in der Ukraine blockiert wurden.
Gold erreichte im Januar mit rund 5.600 US-Dollar pro Feinunze ein Allzeithoch, ist seitdem aber um etwa 23 % gefallen und wird derzeit bei rund 4.300 US-Dollar gehandelt.
Die jüngste Korrektur des Goldpreises, die ihn seit Oktober 2023 unter seinen 200-Tage-Simple Moving Average gedrückt hat, wurde durch einen überraschend starken US-Arbeitsmarktbericht für Mai ausgelöst, der die Märkte dazu veranlasste, bevorstehende Zinserhöhungen der Federal Reserve einzupreisen. Da Gold keine Zinsen abwirft, sind Anleger zu anderen zinstragenden Anlagen wie Anleihen geflohen.