Ethereum (ETH) ist am Mittwoch über die Marke von 2.100 Dollar gestiegen und folgte damit einer breiten Erholung am Kryptomarkt.
Begleitet wurde die Bewegung von einem Anstieg des offenen Interesses (Open Interest, OI) bei Ethereum auf 13,43 Millionen ETH – der höchste Stand seit dem 31. Januar. Das Open Interest der größten Altcoin ist seit dem 19. Februar gestiegen und hat in den vergangenen zwei Wochen um 1,2 Millionen ETH zugelegt. Der Zuwachs erfolgt vor dem Hintergrund von Ethereum-Liquidationen im Volumen von 152 Millionen Dollar innerhalb der vergangenen 24 Stunden, darunter vor allem Short-Positionen im Wert von 129 Millionen Dollar, wie Daten von Coinglass zeigen.
Das Open Interest bezeichnet den Gesamtwert offener Kontrakte an einem Derivatemarkt. Ein Anstieg signalisiert, dass Investoren wieder Positionen aufbauen.

Trotz des Anstiegs beim Open Interest zeigen die Finanzierungsraten weiterhin wechselnde negative und positive Werte, was auf eine gewisse Unsicherheit unter Anlegern hindeutet.
Gleichzeitig nähert sich Ethereum nach dem jüngsten Kursanstieg dem durchschnittlichen Onchain-Einstandspreis der Investoren, dem sogenannten Realized Price, der derzeit bei rund 2.300 Dollar liegt. Historisch betrachtet führt eine Annäherung an diesen Wert häufig zu kurzfristigen Gewinnmitnahmen, da einige Anleger nach dem Erreichen der Gewinnschwelle Positionen reduzieren. Ein nachhaltiger Anstieg über dieses Niveau könnte jedoch dazu führen, dass sich die Marke als wichtige Unterstützungszone etabliert.
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Der jüngste Kursanstieg von Ethereum folgt auf eine allgemein positivere Stimmung bei Risikoanlagen. Auslöser war ein Bericht der New York Times vom Mittwoch, wonach Vertreter des iranischen Geheimdienstministeriums indirekt Kontakt zu US-Geheimdiensten aufgenommen und ein Angebot für einen Waffenstillstand unterbreitet haben sollen.
Im Tageschart notiert ETH bei rund 2.150 Dollar. Kurzfristig hellt sich das Bild leicht auf, da der Kurs über dem exponentiellen gleitenden Durchschnitt der vergangenen 20 Tage (EMA) bleibt. Dieser hat sich zuletzt stabilisiert und beginnt leicht anzusteigen – ein Hinweis darauf, dass sich die vorherige Korrektur in eine frühe Erholungsphase verwandeln könnte. Der übergeordnete Abwärtstrend bleibt jedoch bestehen, solange der fallende 50-Tage-EMA in der Nähe von 2.298 Dollar als Deckel wirkt.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 53 und damit über der neutralen Marke, was auf eine zunehmende Aufwärtsdynamik nach den überverkauften Niveaus der vergangenen Wochen hindeutet. Der Stochastik-Oszillator liegt dagegen mit rund 91 bereits im überkauften Bereich und signalisiert kurzfristig eine überdehnte Marktsituation. Sollte es zu einem Rücksetzer kommen, wären daher eher kleinere Korrekturen als ein erneuter stärkerer Einbruch zu erwarten.

Unmittelbare Unterstützung liegt bei 2.108 Dollar, wo sich die jüngsten Kursbewegungen mit dem steigenden 20-Tage-EMA überschneiden. Ein Rückfall darunter würde den Blick auf eine weitere Unterstützungszone bei rund 1.741 Dollar lenken, gefolgt von 1.524 Dollar. Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand bei etwa 2.390 Dollar. Diese Marke befindet sich knapp unterhalb des 50-Tage-EMA und stellt die erste bedeutende Hürde für die aktuelle Erholung dar. Weitere Zielmarken wären anschließend 2.746 Dollar und 3.411 Dollar, falls Käufer die Kontrolle behalten.
Solange sich der Kurs über 2.108 Dollar hält, bleibt der kurzfristige Aufwärtstrend intakt. Ein Tagesschlusskurs unter dieser Marke würde die Erholungsstruktur schwächen und den Fokus wieder auf die tiefer liegenden Unterstützungen richten.