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Bitcoin am Kipppunkt? Mehr als die Hälfte aller Coins im Minus

Quelle Fxstreet

Bitcoin (BTC) fiel am Mittwochmorgen in die Nähe von 61.000 US-Dollar. Der jüngste Ausverkauf drückt langfristige Marktindikatoren laut einem Bericht von K33 Research auf Niveaus, die in der Vergangenheit häufig mit Tiefpunkten von Bärenmärkten zusammenfielen.

Mehr als 50 Prozent des Bitcoin-Angebots liegen im Verlust

Dem Bericht zufolge stieg der Anteil des zirkulierenden Bitcoin-Angebots, das aktuell im Minus liegt, nach dem jüngsten Kursrückgang von rund 30 Prozent auf mehr als 50 Prozent. Damit wurden über 10 Millionen BTC zuletzt zu Kursen bewegt, die über dem aktuellen Marktniveau liegen.

Historisch betrachtet wurden die wichtigsten Tiefpunkte von Bitcoin-Bärenmärkten erreicht, nachdem mehr als die Hälfte des umlaufenden Angebots in die Verlustzone gerutscht war.

„Bei jedem bedeutenden BTC-Tiefpunkt (2011, 2014, 2018, 2022) lagen mehr als 50 Prozent des Angebots im Verlust, und dieser Wert stieg nur selten deutlich darüber hinaus“, erklärte K33.

Der Bericht hebt zudem hervor, dass die Einjahresrenditen nach früheren Tiefpunkten zwischen 69 und 359 Prozent lagen. Dies deute auf ein Kursniveau hin, auf dem Anleger die führende Kryptowährung akkumulieren könnten.

„Wir sehen dies als ein Niveau für eine aggressive Akkumulation und betrachten dies als den Teil des Zyklus, der sich auszahlt – nicht als den Teil, der schmerzt“, so K33.

Nach Angaben des Analysehauses ist Bitcoin zudem an seinen gleitenden 200-Wochen-Durchschnitt zurückgekehrt. Nach dem Ausverkauf in der vergangenen Woche notierte BTC kurzzeitig unter dieser Marke und lag damit rund 4,3 Prozent unter seinem durchschnittlichen Preisniveau der vergangenen vier Jahre.

Laut K33 wurde in jedem größeren Bitcoin-Bärenmarkt der gleitende 200-Wochen-Durchschnitt getestet, bevor ein zyklisches Tief ausgebildet wurde. Die Tiefpunkte der Jahre 2014/15 und 2018 entstanden in der Nähe dieser Marke, während der Corona-Crash im März 2020 sowie der Bärenmarkt 2022 sie zeitweise unterschritten.

„Sollte BTC tatsächlich am gleitenden 200-Wochen-Durchschnitt seinen Boden gefunden haben und gleichzeitig mehr als 50 Prozent des zirkulierenden Angebots im Verlust liegen, dann wäre das Tief deutlich früher und wesentlich weniger ausgeprägt erreicht worden als in früheren Zyklen“, schrieb K33.

Wintermute sieht ETF-Abflüsse und Strategy-Verkauf als Belastungsfaktoren

Während K33 die historischen Signale einer möglichen Bodenbildung hervorhob, äußerten sich die Analysten von Wintermute vorsichtiger zur jüngsten Kursschwäche.

Nach Einschätzung von Wintermute richtete sich die Aufmerksamkeit zunächst auf die Mitteilung von Strategy, in der das Unternehmen den Verkauf von 32 BTC in der Vorwoche bekanntgab. Es war der erste Bitcoin-Verkauf des Unternehmens seit 2022. Das Volumen sei zwar unbedeutend gewesen, habe jedoch symbolische Wirkung auf die Marktstimmung entfaltet.

„32 BTC sind unerheblich. Dass Saylor erstmals seit vier Jahren verkauft – in einem Markt, aus dem ohnehin Kapital abfließt –, ist es nicht“, schrieb Wintermute.

Nach Angaben des Handelshauses wurden die Verkäufe vor allem von US-Investoren getragen, was sich auch in den Daten der börsengehandelten Fonds widerspiegelte. Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten seit dem 30. Mai zehn Handelstage in Folge Mittelabflüsse von insgesamt rund 2,97 Milliarden US-Dollar. Damit summierten sich die Nettoabflüsse im Monatsverlauf auf 2,43 Milliarden US-Dollar – der höchste Wert des Jahres 2026.

Wintermute argumentiert, dass Bitcoin unterhalb des aktuellen Kursniveaus nur über begrenzte technische Unterstützung verfüge. Während der Rally 2024 habe sich die Kryptowährung nur kurz in der Spanne zwischen 50.000 und 59.000 US-Dollar aufgehalten. Dadurch seien Kapitalströme derzeit der wichtigste Treiber für die kurzfristige Kursentwicklung.

„Wir rufen hier noch keinen Boden aus, weil es keine Anzeichen für eine Rückkehr der Zuflüsse gibt und das makroökonomische Umfeld weiterhin schwierig bleibt“, heißt es in dem Bericht.

Trotz der vorsichtigen Einschätzung beobachtet Wintermute, dass einige langfristig orientierte Investoren begonnen haben, auf dem aktuellen Kursniveau schrittweise Bitcoin zuzukaufen.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wurde Bitcoin bei 61.770 US-Dollar gehandelt. Auf Sicht von 24 Stunden entspricht dies einem Minus von 2,7 Prozent.

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