AUD/CAD bleibt im positiven Bereich, nachdem es seine täglichen Verluste wieder aufgeholt hat und während der europäischen Handelsstunden am Freitag um 0,9520 gehandelt wird. Allerdings könnte das Aufwärtspotenzial des Währungspaares begrenzt sein, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) Unterstützung durch höhere Ölpreise erhält. Händler werden die Arbeitsmarktdaten Kanadas und den Ivey Einkaufsmanager-Index (EMI) für Januar, die später in der nordamerikanischen Sitzung veröffentlicht werden, im Auge behalten.
Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) Öl steigt, nachdem er in der vorherigen Sitzung moderate Verluste verzeichnet hat und zum Zeitpunkt des Schreibens um 64,00 USD pro Barrel gehandelt wird. Allerdings ist der WTI-Preis auf dem Weg zu einem wöchentlichen Rückgang nach sechs aufeinanderfolgenden Wochen mit Gewinnen, was größtenteils durch die Erwartungen rund um ein US-Iran-Treffen, das später am Tag geplant ist, bedingt ist.
Jeder bedeutende Fortschritt in den US-Iran-Gesprächen könnte kurzfristige Ängste vor einer militärischen Eskalation und potenziellen Versorgungsunterbrechungen, die den großen OPEC-Produzenten betreffen, der etwa ein Drittel der globalen Rohölproduktion ausmacht, verringern.
Das AUD/CAD-Paar geriet ebenfalls unter Druck, da der Australische Dollar (AUD) im Zuge eines breit angelegten Verkaufs von globalen Aktien und anderen risikosensiblen Anlagen schwächer wurde. Der rohstoffgebundene AUD, der oft als liquider Proxy für die globale Risikostimmung angesehen wird, wurde von einem technologiegetriebenen Aktienausverkauf getroffen, der durch Bedenken über hohe Ausgaben im Zusammenhang mit KI ausgelöst wurde, was das Vertrauen der Anleger erschütterte.
Dennoch gewann der AUD später gegen seine wichtigsten Konkurrenten wieder an Boden, nachdem Kommentare von der Gouverneurin der Reserve Bank of Australia (RBA), Michele Bullock, veröffentlicht wurden, die sagten, dass der Vorstand den offiziellen Geldsatz (OCR) erhöht habe, da die Wirtschaft stärker kapazitätsbeschränkt sei als zuvor eingeschätzt, was eine straffere Geldpolitik erfordere. Bullock fügte hinzu, dass die RBA das Nachfragewachstum dämpfen müsse, es sei denn, die Produktionskapazität expandiere schneller.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.