Der Geldpolitiker der Europäischen Zentralbank (EZB) und Gouverneur der Zentralbank von Zypern, Christodoulos Patsalides, sagte in einem Interview während der europäischen Handelszeiten am Freitag, dass es keinen Grund gebe, bei geldpolitischen Anpassungen zu überstürzen, bis die Zentralbank über ausreichende Informationen verfüge.
Wir haben nicht genügend Informationen, um eine Entscheidung darüber zu treffen, ob dies ignoriert werden sollte oder ob wir eine Entscheidung über die Zinssätze treffen sollten.
Ich würde keine Entscheidung überstürzen.
Ich denke, wir liegen immer noch auf der Baseline.
Es sind erst zwei Wochen seit dem Stichtag der Projektionen vergangen, und wir haben nichts gesehen, das auf eine Veränderung der Dauer oder der Intensität des Krieges hinweist.
Ich ziehe es vor, vorsichtiger zu sein.
Weisheit kommt mit mehr Informationen. Weisheit ist eine Funktion notwendiger Informationen. Wenn man die Informationen nicht hat, dann hat man ein Bauchgefühl. Und man sollte keine Entscheidungen auf Basis von Bauchgefühl treffen.
Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.
In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.
Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.