Asiatische Aktien steigen am Freitag im durch Feiertage ausgedünnten Handel, nach den Rekordschlüssen an der Wall Street am Vortag. Die Händler bleiben jedoch angesichts der anhaltenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran vorsichtig. Die Handelsaktivität blieb verhalten, da wichtige Märkte in China, Hongkong und Singapur wegen des Tag der Arbeit geschlossen waren.
Der japanische Nikkei 225 notiert etwa 0,67% höher bei rund 59.680, während der breitere Topix zum Zeitpunkt der Berichterstattung um 0,11% zulegt. Japanische Aktien steigen, da der japanische Yen (JPY) am Freitag gegenüber dem US-Dollar (USD) schwächer wird. Ein schwächerer Yen verringert typischerweise den Druck auf Japans exportorientierte Sektoren und erhöht die Attraktivität inländischer Vermögenswerte für ausländische Investoren.
Der australische ASX 200 klettert um 0,9% auf rund 8.740, beendet damit eine acht Sitzungen andauernde Verlustserie und erholt sich von einem Drei-Wochen-Tief. Schnäppchenkäufe unterstützten breit angelegte Gewinne, angeführt von Nicht-Energie-Mineralien und industriellen Dienstleistungen. Eine Aufwärtsrevision des verarbeitenden Gewerbes PMI für April stärkte ebenfalls die Stimmung, trotz schwächerer Produktion und gedämpfter zugrunde liegender Nachfrage sowohl im Inland als auch international.
Asiatische Aktien erhalten Unterstützung von einer starken US-Sitzung, in der der S&P 500 und der Nasdaq 100 neue Rekordhochs erreichten, angetrieben von soliden Unternehmensgewinnen und sinkenden Ölpreisen. Nach Handelsschluss veröffentlichte Apple Quartalsergebnisse, die die Erwartungen übertrafen, was die Stimmung im Technologiesektor weiter stärkte.
Die Händler verfolgten auch aufmerksam die Entwicklungen im Nahen Osten, nachdem Präsident Donald Trump bekräftigte, dass die USA ihre maritime Blockade iranischer Häfen fortsetzen würden, während Teheran erklärte, sein Atomprogramm nicht aufzugeben und weiterhin die Kontrolle über die Straße von Hormus signalisiert.
Asien trägt rund 70 Prozent zum weltweiten Wirtschaftswachstum bei und beheimatet mehrere bedeutende Börsenbarometer. In den entwickelten Volkswirtschaften der Region ragen vor allem der Nikkei 225, der 225 Unternehmen an der Börse Tokio umfasst, sowie der südkoreanische KOSPI heraus. China verfügt mit dem Hang Seng Index, dem Shanghai Composite und dem Shenzhen Composite über drei zentrale Indizes. Als große Schwellenwirtschaft rückt zudem Indien stärker in den Fokus internationaler Investoren, die vermehrt in Unternehmen investieren, die im BSE Sensex und im Nifty 50 gelistet sind.
Die großen Volkswirtschaften Asiens unterscheiden sich deutlich in ihrer Struktur, entsprechend variieren auch die prägenden Sektoren. Technologieunternehmen haben in Japan und Südkorea ein starkes Gewicht und gewinnen auch in China zunehmend an Bedeutung. Finanzdienstleister prägen insbesondere Börsenplätze wie Hongkong oder Singapur, die als wichtige regionale Finanzzentren gelten. In China und Japan spielt zudem die Industrie eine zentrale Rolle, etwa in der Automobilproduktion oder der Elektronikfertigung. Mit dem Wachstum der Mittelschicht in Ländern wie China und Indien gewinnen außerdem Einzelhandel und E-Commerce an Bedeutung.
Die Entwicklung asiatischer Aktienindizes wird von einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst. Maßgeblich sind vor allem die Geschäftszahlen der im jeweiligen Index enthaltenen Unternehmen, die im Rahmen von Quartals- und Jahresberichten veröffentlicht werden. Darüber hinaus spielen die wirtschaftlichen Fundamentaldaten der einzelnen Länder, geldpolitische Entscheidungen der Zentralbanken sowie die Fiskalpolitik der Regierungen eine wichtige Rolle. Auch politische Stabilität, technologischer Fortschritt und die Rechtsstaatlichkeit können die Märkte beeinflussen. Hinzu kommt die Entwicklung der US-Börsen, da sich viele asiatische Märkte häufig an den Vorgaben der Wall Street orientieren. Schließlich wirkt sich auch die allgemeine Risikostimmung an den Finanzmärkten aus, da Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren als risikoreichere Anlageform gelten.
Aktieninvestitionen sind grundsätzlich mit Risiken verbunden. In Asien kommen spezifische regionale Faktoren hinzu. Die politischen Systeme reichen von gefestigten Demokratien bis hin zu autoritären Strukturen, wodurch sich Stabilität, Transparenz, Rechtsstaatlichkeit und Anforderungen an die Unternehmensführung teils deutlich unterscheiden. Geopolitische Spannungen wie Handelskonflikte oder territoriale Auseinandersetzungen können ebenso für Kursschwankungen sorgen wie Naturkatastrophen. Zudem beeinflussen Wechselkursbewegungen die Bewertung von Aktienmärkten in der Region. Besonders exportorientierte Volkswirtschaften reagieren empfindlich auf Währungsschwankungen: Eine starke Landeswährung kann die Wettbewerbsfähigkeit im Ausland beeinträchtigen, während eine schwächere Währung die Exportchancen verbessert.