Das Paar NZD/USD verliert im asiatischen Handel am Dienstag an Momentum und notiert um 0,5810. Der neuseeländische Dollar (NZD) schwächt sich gegenüber dem US-Dollar (USD) nach den chinesischen Wirtschaftsdaten ab. Alle Augen richten sich später am Mittwoch auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed).
Die am Dienstag vom Nationalen Statistikamt (NBS) veröffentlichten Daten zeigten, dass die Einzelhandelsumsätze in China im Mai die Erwartungen verfehlten und um 0,6% ggü. Vorjahr sanken. Dieser Wert folgte auf einen Anstieg von 0,2% im April und lag unter der Markterwartung von 0%.
Unterdessen stieg die chinesische Industrieproduktion im Mai um 4,5% ggü. Vorjahr, nach 4,1% im April, und lag über dem Marktkonsens von 4,3%. Die Investitionen in Sachanlagen lagen im Jahresverlauf (YTD) im Mai bei -4,1% ggü. Vorjahr, schwächer als der erwartete Rückgang von 2,0%. Der Wert für April betrug einen Rückgang von 1,6%.
Der China-Proxy Kiwi zieht nach den gemischten chinesischen Daten einige Verkäufer an. Diese Berichte wirken sich auf den NZD aus, da China der größte Handelspartner Neuseelands ist.
Die Aufmerksamkeit wird sich auf die Fed-Sitzung am Mittwoch verlagern. Die Fed wird voraussichtlich ihren Leitzins bei der Juni-Sitzung unverändert lassen, da sie sich weiterhin im „Abwarten“-Modus befindet. Händler werden genau beobachten, wie der neue Fed-Chef Kevin Warsh die US-Notenbank in ihre nächste Ära führen wird.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.