Der Goldpreis (XAU/USD) notiert am Dienstag im frühen asiatischen Handel mit leichten Gewinnen. Das Edelmetall setzt die Rallye fort, nachdem die Vereinigten Staaten (USA) und Iran eine umfassende Rahmenvereinbarung zur Beendigung der Feindseligkeiten erzielt haben, was die Inflationssorgen lindert.
Bloomberg berichtete am Montag, dass US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident JD Vance eine elektronische Kopie eines Memorandum of Understanding mit dem Iran unterzeichnet haben. Trump bemerkte, dass die Straße von Hormus „bereits teilweise geöffnet“ sei und „am Freitag vollständig geöffnet“ werde.
„Der Goldmarkt bewegt sich über den Konflikt hinweg und preist ihn aus. Die Friedensabkommen-Nachrichten haben die Renditen von Staatsanleihen, den Dollar und Öl gedrückt, und das waren die größten Inflations- und Cross-Asset-Risiken“, sagte Phillip Streible, Chefmarktstratege bei Blue Line Futures.
Die Wetten auf Zinserhöhungen der Federal Reserve (Fed) gingen nach der Rahmenvereinbarung zurück, was das renditelose gelbe Metall unterstützte. Laut dem CME FedWatch-Tool senkten Händler die Wahrscheinlichkeit einer US-Zinserhöhung im Dezember von fast 70 % in der Vorwoche auf 58 %.
Die Fed wird am Mittwoch ihre nächste geldpolitische Entscheidung bekanntgeben. Ökonomen erwarten, dass die US-Notenbank ihren Leitzins in einer Spanne von 3,50 % bis 3,75 % belässt, während sie abwartet, wie sich der energiepreisbedingte Schock des Krieges auf die Wirtschaft auswirkt.
Im Tages-Chart bleibt der kurzfristige Ton bei XAU/USD bärisch, da der Kurs unterhalb des mittleren Bollinger-Bands und deutlich unter dem 100-Tage Simple Moving Average (SMA) notiert, was die breitere Erholungsstruktur begrenzt. Der Relative Strength Index (RSI) bei etwa 43 liegt unter der Mittellinie und deutet trotz des jüngsten Stabilitätsversuchs auf anhaltenden Abwärtsdruck hin.
Auf der Oberseite bildet das Hoch vom 9. Juni bei 4.363 USD den ersten Widerstand. Die nächste Hürde ist die mittlere Bollinger-SMA-Linie nahe 4.415 USD, wobei das obere Bollinger-Band bei rund 4.685 USD und der 100-Tage-SMA bei etwa 4.762 USD eine breitere Angebotszone bilden, falls sich die Erholung ausweitet. Auf der Unterseite markiert das untere Bollinger-Band bei etwa 4.145 USD die nächste bedeutende Unterstützung, und ein entscheidender Bruch unter dieses Niveau würde weitere Schwäche in Richtung vorheriger Swing-Tiefs offenbaren.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.