Das Paar USD/JPY fällt während der asiatischen Handelsstunden am Dienstag auf rund 160,15. Der japanische Yen (JPY) stärkt sich gegenüber dem US-Dollar (USD) nach einer Einigung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Alle Augen richten sich später am Dienstag auf die Zinsentscheidung der Bank of Japan (BoJ).
US-Präsident Donald Trump sagte am Dienstag laut dem Guardian, dass Iran zugestimmt habe, niemals eine Atombombe zu besitzen. Am Montag unterzeichneten Trump und Vizepräsident JD Vance beide virtuell die Vereinbarung zur Beendigung der US-Blockade iranischer Häfen, zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus und zum Beginn von 60 Tagen Nuklearverhandlungen. Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf unterzeichnete das Dokument für die iranische Seite. Hoffnungen auf ein Friedensabkommen zwischen den USA und Iran geben dem JPY etwas Unterstützung und wirken als Gegenwind für das Paar.
Es wird erwartet, dass die BoJ am Dienstag die Zinsen auf ein 31-Jahres-Hoch anhebt, was einen weiteren bedeutenden Schritt zur Normalisierung der Geldpolitik darstellt, während sie sich darauf konzentriert, den Preisdruck durch den Energieschock infolge des Iran-Kriegs zu dämpfen.
BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda befindet sich mit einer infizierten Leberzyste im Krankenhaus. Vizegouverneur Ryozo Himino wird die Sitzung leiten, was das erste Mal seit 1998 ist, dass ein BoJ-Gouverneur eine geldpolitische Sitzung verpasst. Der weitere Vizegouverneur Shinichi Uchida wird die Pressekonferenz nach der Sitzung übernehmen.
Die Bank of Japan (BoJ) steuert die japanische Geldpolitik und hat ein Inflationsziel von rund 2 %. Ihre Maßnahmen haben einen wesentlichen Einfluss auf den japanischen Yen.
Die Bank of Japan implementierte im Jahr 2013 eine extrem expansive Geldpolitik, um die wirtschaftliche Aktivität zu stimulieren und in einem deflationären Umfeld Inflation zu erzeugen. Diese Politik, basierend auf quantitativer und qualitativer Lockerung (QQE), beinhaltete den Ankauf von Vermögenswerten wie Staats- und Unternehmensanleihen durch die Schaffung von Zentralbankgeld, um zusätzliche Liquidität bereitzustellen. Im Jahr 2016 intensivierte die BoJ diese Maßnahmen, führte Negativzinsen ein und begann, die Renditen von 10-jährigen Staatsanleihen direkt zu steuern. Im März 2024 vollzog die Bank eine Kehrtwende, indem sie die Zinsen anhob und sich damit von ihrer ultra-expansiven Geldpolitik distanzierte.
In den vergangenen zehn Jahren hat die entschlossene Haltung der Bank of Japan, an ihrer ultralockeren Geldpolitik festzuhalten, zu einer wachsenden geldpolitischen Divergenz im Vergleich zu anderen Zentralbanken, insbesondere der US-Notenbank, geführt. Dies verstärkte die Renditedifferenz zwischen 10-jährigen US-Staatsanleihen und japanischen Staatsanleihen und stärkte den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen. Mit der Entscheidung der BoJ im Jahr 2024, ihre expansive Geldpolitik schrittweise zu lockern, und dem gleichzeitigen Beginn von Zinssenkungen in anderen großen Zentralbanken, wird diese Differenz nun zunehmend eingeengt.
Der schwächere Yen und steigende globale Energiepreise haben die Inflation in Japan über das Ziel der BoJ von 2 % hinausgetrieben. Zusätzlich hat die Erwartung steigender Löhne – ein zentraler Treiber der Inflation – diese Entwicklung weiter verstärkt.