Das Paar EUR/USD handelt im frühen asiatischen Handel am Dienstag im positiven Bereich um 1,1590. Ein Abkommen zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus löste eine Rally bei risikoreicheren Anlagen wie dem Euro (EUR) gegenüber dem US-Dollar (USD) aus. Die Händler warten später am Mittwoch auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed).
US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident JD Vance unterzeichneten beide virtuell die Vereinbarung zur Beendigung der US-Blockade iranischer Häfen, zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus und zum Beginn von 60 Tagen nuklearer Verhandlungen. Die Beamten erklärten, dass Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf das Dokument im Namen der iranischen Seite unterzeichnet habe. Hoffnungen auf ein US-iranisches Friedensabkommen könnten der Gemeinschaftswährung kurzfristig Unterstützung bieten.
Dennoch herrschte Vorsicht, da beide Seiten unterschiedliche Darstellungen zu Schlüsselthemen lieferten. Der Iran beabsichtigt, bestimmte „Gebühren“ in der kritischen Wasserstraße zu erheben, während Trump sagte, sie werde am Freitag ohne Mautgebühren vollständig wieder geöffnet. Trump erklärte am Montag, dass er im Falle eines Scheiterns eines endgültigen Nuklearabkommens mit den USA die militärischen Angriffe auf Teheran wieder aufnehmen würde.
Es wird allgemein erwartet, dass die Fed ihren Leitzins auf der bevorstehenden geldpolitischen Sitzung am Mittwoch unverändert in einer Zielspanne von 3,50 % bis 3,75 % belässt. Die Händler werden die Pressekonferenz genau verfolgen und weitere Hinweise darauf nehmen, wie der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh die US-Notenbank in ihre nächste Ära führen wird. Hawkishe Äußerungen der Fed-Politiker könnten dazu beitragen, die Verluste des Greenbacks zu begrenzen und Gegenwind für das wichtige Währungspaar zu erzeugen.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.