Die indische Rupie (INR) weitet am Donnerstag ihre Verlustserie gegenüber dem US-Dollar (USD) auf den vierten Handelstag aus. Das Paar USD/INR steigt auf rund 94,15, den höchsten Stand seit über einer Woche, da höhere Ölpreise aufgrund der Schließung der Straße von Hormus, einem wichtigen Durchgang für fast 20 % der weltweiten Energieversorgung, die indische Rupie weiterhin unter Druck setzen.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung liegt der WTI-Ölpreis über 1,5 % höher bei über 93,50 USD. Theoretisch schneiden Währungen von Volkswirtschaften wie Indien, die stark auf Ölimporte zur Deckung ihres Energiebedarfs angewiesen sind, in einem Umfeld hoher Ölpreise schlechter ab.
Während der US-Präsident Donald Trump eine Waffenstillstandverlängerung mit dem Iran angekündigt hat, bis Washington einen einheitlichen Vorschlag aus Teheran erhält, bleibt der Ölpreis aufgrund der Schließung der Straße von Hormus hoch.
Der Iran hält an seinem Versprechen fest, die Straße von Hormus nicht wieder zu öffnen, bis die USA die Blockade der iranischen Seehäfen aufheben, eine Maßnahme, die ergriffen wurde, um die iranische Geschäftstätigkeit einzufrieren und die Wirtschaft zu schwächen. Iranische Militäreinheiten in der Nähe von Hormus greifen weiterhin Schiffe an, die versuchen, die Straße von Hormus zu passieren.
Nach einem Bericht des Wall Street Journal (WSJ) teilten iranische Medien mit, dass die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) auf drei Schiffe in der Straße von Hormus geschossen und zwei davon in iranische Gewässer eskortiert habe und diese Schiffe nach Iran bringe.
Ausländische Investoren bauen weiterhin ihre Beteiligungen am indischen Aktienmarkt ab, nachdem sie in der Periode vom 15. bis 17. April kurzzeitig Aktien im Wert von 1.731,71 Crore Rupien gekauft hatten. In dieser Woche haben ausländische institutionelle Investoren (FIIs) ihre Beteiligungen im Wert von 5.057,28 Crore Rupien reduziert.
Es scheint, dass die Befürchtungen von Marktanalysten über niedrigere Gewinnprognosen für indische Unternehmen infolge höherer Ölpreise die Stimmung der ausländischen Investoren gegenüber dem indischen Aktienmarkt belasten.
Auf der Datenfront sind die vorläufigen HSBC Composite Purchasing Managers' Index (PMI)-Daten für Indien im April stärker ausgefallen als zuvor. Der Composite PMI liegt bei 58,3 und damit über den 57,0 im März. Der Manufacturing- und der Services-PMI wuchsen mit 55,9 bzw. 57,9 schneller.
Die steigenden Ölpreise aufgrund der Schließung von Hormus haben die Attraktivität des US-Dollars erhöht, da höhere Energiepreise US-Inflationserwartungen anheizen könnten, was wiederum hawkische Wetten auf die Federal Reserve (Fed) beflügelt.
Später am Tag werden sich die Anleger auf die vorläufigen US S&P Global PMI-Daten für April konzentrieren, die um 13:45 GMT veröffentlicht werden.

USD/INR notiert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei rund 94,15. Das Paar weist eine bullishe kurzfristige Tendenz auf, da der Kurs über dem 20-Tage-Exponential Moving Average (EMA) bei 93,2609 liegt und die jüngste Erholung nach dem Abprallen vom Bereich um 92 Anfang des Monats intakt hält.
Der Relative Strength Index (RSI) bei 58,45 bleibt unterhalb der überkauften Zone, tendiert jedoch nach oben, was darauf hindeutet, dass die Käufer die Kontrolle behalten, jedoch ohne extremes Momentum.
Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung am 20-Tage-EMA bei rund 93,26. Ein Bruch darunter würde auf nachlassenden bullischen Druck hinweisen und den Weg für eine tiefere Korrektur in Richtung 93,00 ebnen, gefolgt vom Hoch vom 3. März bei 92,46. Auf der Oberseite scheint das Paar auf Kurs zu sein, das Allzeithoch über 95,00 erneut anzusteuern.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Die indische Rupie wird stark von externen Faktoren wie dem Ölpreis, der Entwicklung des US-Dollars und dem Ausmaß der ausländischen Investitionen beeinflusst. Interventionen der Reserve Bank of India (RBI) können den Wechselkurs stabilisieren.
Die Reserve Bank of India (RBI) greift aktiv in den Devisenmarkt ein, um den Wechselkurs stabil zu halten und den Handel zu erleichtern. Gleichzeitig versucht sie, die Inflation durch Zinssatzanpassungen bei ihrem Zielwert von 4 % zu stabilisieren. Höhere Zinssätze stärken in der Regel die indische Rupie (INR), da sie das Land für ausländische Investoren attraktiver machen.
Makroökonomische Faktoren wie Inflation, Zinssätze, das Wirtschaftswachstum (BIP), die Handelsbilanz und ausländische Kapitalzuflüsse haben einen direkten Einfluss auf den Wert der indischen Rupie. Ein starkes Wirtschaftswachstum zieht vermehrt internationale Investoren an, was die Nachfrage nach der Rupie steigert. Auch eine weniger negative Handelsbilanz wirkt sich langfristig positiv auf die Währung aus. Besonders höhere Zinssätze – und hier vor allem die Realzinsen, also Zinssätze abzüglich der Inflation – können die Rupie stützen, da sie Indien für ausländische Investoren attraktiver machen. Ein "Risk-on"-Marktumfeld fördert zudem die Zuflüsse von Direkt- und Portfolioinvestitionen (FDI und FII), was ebenfalls die Rupie stärkt.
Eine steigende Inflation, vor allem im Vergleich zu den Handelspartnern Indiens, wirkt sich in der Regel negativ auf die Rupie aus, da dies eine Abwertung durch Überangebot signalisiert. Zudem verteuert Inflation die Exporte, was zu einem verstärkten Verkauf von Rupien führt, um ausländische Importe zu finanzieren – ein negativer Faktor für die Währung. Gleichzeitig reagiert die indische Zentralbank (Reserve Bank of India, RBI) häufig mit Zinserhöhungen auf steigende Inflation, was wiederum die Attraktivität der Rupie für internationale Investoren erhöht und den Kurs stabilisieren kann. Der gegenteilige Effekt tritt bei niedriger Inflation ein.